»Das ist doch Krieg gegen die AfD«

Die spitze Feder aus Sachsen

Johannes Schüller

Meterhoch schlagen die Flammen in den nächtlichen Himmel, das Innere der Fahrerkabine wird vollständig vom Feuer verzehrt. Innerhalb kürzester Zeit wird der AfD-Lkw zum Opfer der Flammen – zurück bleibt nur das vom Löschschaum bedeckte, kümmerliche Skelett des Fahrzeugs. Derartige Bilder aus Artern im Kyffhäuserkreis erschütterten in den vergangenen Tagen nicht wenige Nutzer sozialer Medien. Während regionale Medien über den mutmaßlichen Brandanschlag auf den Veranstaltungs-Lkw der Thüringer AfD berichteten, erwähnen überregionale Medien die Möglichkeit eines Anschlags nur am Rande oder verschweigen indes den Fall gleich ganz.

Hass gegen AfD Thüringen

Besonders erschütternd: Das Fahrzeug befand sich nur wenige Meter von einem Wohnhaus entfernt. Die Täter nahmen somit also die Gefährdung von Menschenleben billigend in Kauf! »Die Saat derjenigen, die bürgerlich-patriotische Politik als ›extremistisch‹ diffamieren und AfD-Mitglieder letztlich zu Freiwild erklären, ging in dieser Nacht in Artern auf«, stellte der Thüringer AfD-Spitzenkandidat Björn Höcke wenige Stunden nach der Tat zu Recht fest. »Das ist doch Krieg gegen die AfD«, ergänzt ein schockierter ›Facebook‹-Nutzer unter den Bildern vom Tatort. Beim ›ZDF‹ werden indes die Hintergründe höchst beiläufig in einer knappen Meldung erwähnt. »Ein Lkw der AfD für Wahlkampfveranstaltungen ist in Brand geraten«, heißt es lapidar. Man könnte fast meinen, jemand habe in der Fahrerkanzel vergessen, seine Zigarette richtig auszudrücken. »Vielleicht politisches Tatmotiv«, so die minimal erforderliche Zusatzinformation beim ›dpa‹-Text.

Dabei dürfte auch jenen durch Zwangsgebühren finanzierten Journalisten, die ihre Berufung eher im »K(r)ampf gegen rechts« als in der »unvoreingenommenen Information der Öffentlichkeit« sehen, das Gedächtnis nicht vollständig seinen Dienst versagt haben.

Viele Fragen bleiben offen

Denn erst Mitte September – kurz nach der sächsischen Landtagswahl – wurden mehrere im Wahlkampf eingesetzte Fahrzeuge des AfD-Landesverbandes Sachsen in Meißen in Brand gesetzt. Der Eigentümer des betroffenen Grundstücks ‎habe die folgende Explosion nur durch Glück überlebt, hieß es damals. Innerhalb weniger Tage wurde öffentlich bekannt, dass das LKA die Ermittlungen übernimmt. Ob es diesmal so schnell geht? Derzeit beschäftigt vor allem eine diffuse »Morddrohung per Mail«, gerichtet an den thüringischen CDU-Spitzenkandidaten Mike Mohring und offenbar verschickt von einem E-Mail-Account namens »staaattsstreichorchester@hitlerrocks« (Schreibweise im Original), sehr viele überregionale Mainstream-Medien. Muss die AfD ebenfalls anonyme Hassmails veröffentlichen, damit große Mainstream-Medien über die gegen sie gerichteten, undemokratischen Methoden endlich in aller Deutlichkeit berichten?

Johannes Schüller

ist Journalist und Publizist. Er baute zuletzt als Online-Chefredakteur die Netzausgabe der österreichischen Zeitung ›Wochenblick‹ auf. Nach einem längeren Aufenthalt in Österreich lebt er nun wieder in seiner sächsischen Heimat.

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