Die Konjunktur brummt, der deutschen Wirtschaft geht es gut. Im Ruhrgebiet mit seinen fünf Millionen Menschen kommt davon schon lange nichts mehr an. Der »Pott«, das war in den 50er- und 60er-Jahren die industrielle Herzkammer Westdeutschlands. Ehrliche und fleißige Kumpel, darunter viele zugewanderte Polen, arbeiteten hart. Sie lebten gut von Kohle und Stahl. Sie waren stolz auf ihr Revier. Inmitten rauchender Schlote und hinter den Fördertürmen tranken sie nach der Maloche ihr wohlverdientes »Pilsken« im Schrebergarten.

Mitte der 70er-Jahre dann der schleichende Niedergang: Zechensterben, Hütten­sterben. Mit der Kohle und dem Stahl, die jetzt viel billiger aus Südafrika und China kamen, verschwand der Wohlstand. Selbst nach Jahrzehnten des Umbaus (»Strukturwandel«) ist das Ruhrgebiet heute ein Sozialfall. Die Menschen sind gebrochen wie im »Rust Belt« der USA. Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es so viele Bewohner, die von Stütze leben müssen. Es ist beschämend, was eine überwiegend von der SPD zu verantwortende Landespolitik, zuletzt zusammen mit den Grünen, in Jahrzehnten an Rhein und Ruhr zustande gebracht hat: das Armenhaus der Republik!

Jeder Fünfte gilt als arm

Laut Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ist das Ruhrgebiet die »Problemregion Nummer eins« in Deutschland. Arm ist demnach, wer weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens zur Verfügung hat. In keinem anderen Bundesland ist die Armut in den zurückliegenden zehn Jahren auch nur annähernd so stark gewachsen wie in Nordrhein-Westfalen. Im Ruhrgebiet gilt mittlerweile jeder Fünfte als arm.
Das ist eine Million Menschen, die das kollektive Gedächtnis Deutschlands vergessen hat.

Die Arbeitslosigkeit liegt wie Mehltau über dem Revier:

Gelsenkirchen: 14,2 %
Duisburg: 12,5 %
Herne: 12,2 %
Essen: 11,4 %
Dortmund: 11,1 %
Oberhausen: 11,0 %

Im Schnitt ist die Arbeitslosigkeit im Revier mit 10,4 % fast doppelt so hoch wie in Deutschland (5,6 %)!

Mit Pommes vom Vortag in die Schule

Die Armut vor allem der Kinder ist erdrückend: In Gelsenkirchen leben 40 Prozent aller Jungen und Mädchen in Hartz-IV-Haushalten. In Duisburg, Dortmund oder Essen sieht es nicht viel besser aus. Manche Kinder gehen mit Currywurst oder Pommes Frites vom Vortag in die Schule.

7.00 Uhr morgens in Gelsenkirchen: Fünf Frauen und ein Mann schmieren in einer großen Küche Brote mit Wurst und Käse. Für vernachlässigte Schulkinder, die sonst ohne Pausenbrot und ein Stück Obst durch den Tag kommen müssten – 525 Brote sind es an diesem Tag. Das Bildungsniveau sinkt dramatisch.

Rockerbanden wie die »Bandidos« und »Hells Angels« bekommen im Revier immer mehr Konkurrenz: »Osmanen Germania« und »Brothers MC« stecken ihre Claims ab. Eine ganz neue Rockerbande tritt ungeniert als »Germanys Muslims« auf – mit »President« und »Sergeant« und »Muslim-Kutten». Der »Sergeant« wird vom Verfassungsschutz als islamistischer »Gefährder« eingestuft.

 

Teilweise gibt es im Ruhrgebiet Schulklassen mit bis zu 90 Prozent Migranten-Anteil.

Die Kommunen, ohnehin chronisch klamm, müssen jetzt auch noch die vielen »Flüchtlinge« verkraften. Die Landesregierung in Düsseldorf erstattet die Kosten für die Unterbringung der ungebetenen »Gäste« nur pauschal. Die Städte in NRW bleiben, anders als in anderen Bundesländern, auf einem erheblichen Teil sitzen. In den Schwimmbädern, soweit sie nicht aus Kostengründen schließen mussten, gehen Migranten ihrem sommerlichen Badevergnügen nach. Tagtäglich kommt es zu sexuellen Übergriffen.
Eine Reihenhaus-Siedlung in Bochum: Susanne K. lebt von 404 Euro Stütze im Monat. Die hellen Holzmöbel kommen vom Sperrmüll. Sie sagt: »Wenn ich beim Discounter einkaufe, dann immer das Preiswerteste.« Drei Schachteln Billig-Zigaretten pro Woche sind ihr einziger Luxus. Für Kino, Restaurantbesuche, Konzerte reicht das Geld nicht. Unterhaltung findet die Mittvierzigerin im Internet. Dort sucht sie auch nach Jobs. Von der Arbeitsvermittlung fühlt sich Susanne K. wie die meisten anderen Menschen im Stich gelassen.

Die Innenstädte verwahrlosen

Marktstraße in Oberhausen: »Rabatt-Outlet – bis zu 70 Prozent reduziert«, ist in den Schaufenstern der Textil-Discounter und 1-Euro-Shops zu lesen. »Lecker, lecker!», verspricht ein Laden mit Billig-Lebensmitteln. Inhabergeführte Geschäfte gibt es nur noch wenige. 40 Prozent aller öffentlichen Ausgaben sind in Oberhausen Sozialausgaben.

Die Infrastruktur verfällt zusehends. Schlaglöcher in den Straßen erinnern oft an die Zustände in der DDR. Marode Brücken im Revier sind teilweise nur noch eingeschränkt befahrbar oder ganz gesperrt, die Autobahnen eine Dauerbaustelle. NRW ist Stauland Nr. 1, der Verkehrskollaps nur noch eine Frage der Zeit.

Unter der abgewählten SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und ihrem Innenminister Ralf Jäger (SPD) – der Mann, der es unterließ, den Weihnachtsmarkt-Attentäter von Berlin, Anis Amri, abzuschieben – ist das Ruhrgebiet nicht nur zum Armenhaus Deutschlands verkommen. Es ist auch eine der gefährlichsten Gegenden!

In No-Go-Areas herrscht das Recht des Stärkeren

In NRW gibt es laut Düsseldorfer Innenministerium 25 »gefährliche bzw. verrufene Orte« (Stand März 2017), die meisten davon im Revier. Das sind Gegenden, in denen sich häufiger Straftäter aufhalten oder an denen sich Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis versammeln, und die man nach Einbruch der Dunkelheit unbedingt meiden sollte. Besser bekannt sind diese Orte unter dem Begriff »No-Go-Area». Hier wagen sich alteingesessene Bürger abends nicht mehr vor die Haustür.

Berüchtigste »No-Go-Area« im Revier ist der Duisburger Stadtteil Marxloh. Ein praktisch rechtsfreier Raum mitten in Deutschland.

Wird sich unter dem neuen CDU-Ministerpräsidenten Armin Laschet etwas ändern an den Zuständen im Revier? Es sieht nicht danach aus.
«Mehr Polizei auf der Straße« hat die schwarz-gelbe NRW-Koalition versprochen. Wie versprochen, so gebrochen: In diesem Jahr sollen 29 Polizeibehörden an Rhein und Ruhr mit weniger Beamten auskommen als 2016.

 

Die Straßen werden von libanesischen und kurdischen Clans kontrolliert.

Die Männer, überwiegend im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, gehen ungestört ihren illegalen Geschäften nach (Drogen, Schutzgeld, Prostitution, Waffen). Sie erkennen die Autorität der deutschen Polizei nicht an.

Die Polizei hat resigniert

»Straftaten«, so sagt ein Polizist, »gehören hier zur Freizeitbeschäftigung. Wenn wir es wagen einzuschreiten, werden sofort Hunderte von Clanmitgliedern mobilisiert – dann gibt es Krieg.« So wie beispielsweise in Mülheim, wo es zwischen 80 Mitgliedern zweier rivalisierender Clans zu einer Massenschlägerei kam, nachdem es zwischen zwei Teenagern Streit gegeben hatte. Als die Polizei eintraf, wurden sie mit Flaschen und Steinen angegriffen. Mehr als hundert Polizisten, unterstützt von Hubschraubern, mussten zur Verstärkung angefordert werden.

Auch in der Dortmunder Nordstadt und im Essener Norden herrscht das Faustrecht von Türken- und Araberclans mit ihren Bandenkriegen. Wirtschaftsmigranten aus Bulgarien und Rumänien (Sinti und Roma) verschärfen die Probleme. Hinzu kommt eine massiv voranschreitende Islamisierung des Reviers.

Vor allem in Duisburg und Dortmund dominiert eine Salafistenszene, die sich mitunter erdreistet, durch »Scharia-Patrouillen« in Warnwesten die Menschen einzuschüchtern.

Die berüchtigten »Banlieues« in Belgien und Frankreich lassen grüßen!

– von Elfi Kaspers

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