DDR-Verharmlosung Blume:

»Bartschs Umgang mit DDR-Unrecht ist geschmacklos«

Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, weigert sich, die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen

CSU-Generalsekretär Markus Blume hat dem Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, einen falschen Umgang seiner Partei mit dem Unrecht in der DDR vorgeworfen.

Der Versuch, dieses mit einer flapsigen Bemerkung zu relativieren, sei besonders geschmacklos, so der CSU-Generalsekretär Markus Blume zur ›Deutschen Presse-Agentur‹ in München. Viele Opfer der SED litten bis heute unter ihrem Schicksal und viele Täter von damals seien noch immer Parteimitglied. Solange das so sei, gebe es keinen Raum für »Schlussstrich-Gerede«.

Dietmar Bartsch hatte am Sonntag im »ARD-Sonntagsinterview« gesagt, es sei falsch, dass die Linke das DDR-Unrecht leugne, vielmehr stelle sie sich weiter der Aufarbeitung. Nichtsdestotrotz schreibe man das Jahr 2019 und er wolle nicht akzeptieren, dass seine Partei sozusagen zuständig sei für – so wörtlich – »alle Verfehlungen seit dem Bauernkrieg«.

Bartsch, der bereits als 19-Jähriger in die SED eintrat, war von 1991 bis 1997 Bundesschatzmeister der SED-Nachfolgepartei PDS und deren Bundesgeschäftsführer. Immer wieder versucht der Sozialist, die Bewertung des Unrechtsstaats DDR zu relativieren. So forderte er 2017 eine Differenzierung im Umgang mit ehemaligen Stasimitarbeitern. Bartsch wendet sich immer wieder dagegen, die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen.

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