Dealer bekommen im Görlitzer Park Standplätze zugewiesen

Der Staat kapituliert: Drogendealer im Görlitzer Park sollen nun feste Standplätze erhalten

Im grün regierten Berliner Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg sorgt die Idee des Parkmanagers im Görlitzer Park für Aufsehen: Die mehrheitlich afrikanischen Drogendealer sollen jetzt in kleinen Bereichen stehen, die mit rosa Sprühfarbe markiert sind. Das sei eine »praktische Maßnahme« und keine Legalisierung des Drogenhandels.

An einem der Eingänge zum Görlitzer »Drogenpark« wurden mit pinker Sprühfarbe Flächen markiert, auf denen sich mutmaßliche Dealer künftig aufhalten sollen. Die Idee dazu hatte der Parkmanager des Görlitzer Parks, Cengiz Demirci. Wie der ›rbb‹ am Dienstagabend berichtet hatte, will Demirci damit verhindern, dass sich Besucher des Parks am Eingang durch ein »Spalier von Menschen« bedrängt fühlen.

Dieses »Spalier« bilden seit Jahren vornehmlich afrikanische Drogendealer, die den Görlitzer Park unter den Augen der grünen Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann zu einem der größten Drogenumschlagplätze Berlins machten. Parkbesucher, insbesondere Mütter mit kleinen Kindern, vermeiden es seit geraumer Zeit, den Park aufzusuchen, da es nahezu unmöglich ist, die Grünanlage zu durchqueren, ohne von einem Dealer bedrängt zu werden.

GdP-Sprecher: Markierungen »Beihilfe« zum Drogenverkauf

Die Berliner CDU kritisiert den Vorschlag des Parkmanagers als eine »Einladung zum Rechtsbruch«. Das Bezirksamt wandele den Park nun offiziell in einen Drogenmarkt um. Der FDP-Innenexperte Marcel Luthe sprach von einer »Farce, wenn dieser Senat von der Bekämpfung der organisierten Kriminalität spricht, aber gleichzeitig die bekannte Geldquelle der Clans in einem öffentlichen Park wissentlich duldet«.

Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) stellte in der ›rbb‹-Sendung die Frage, was die zuständige grüne Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann eigentlich mit dem Park vorhabe. »Wir sehen leider in den letzten Jahren, dass niemand so wirklich den Görlitzer Park drogenfrei und damit auch kriminalitätsfrei bekommen will.« Die Polizei gebe sich nicht damit zufrieden, dass man Drogendealer – letztlich Kriminelle – dort als Parknutzer integrieren wolle. Die Idee mit den rosa Linien für die Dealer nannte Jendro »ein bisschen komisch«. Das grundsätzliche Problem könne nur mit der nötigen Polizeipräsenz sowie dem nötigen politischen und juristischen Druck gelöst werden. Jendro schließt sarkastisch: »Wenn man Kriminelle als Nutzer des Parks neben spielenden Kindern integrieren möchte, sind rosafarbene Striche zur genauen Positionierung, um Cannabis, Heroin und andere Drogen zu verticken, sicher eine gute Beihilfe.«

Grüne: Offene Drogenpolitik im Görlitzer Park richtig

Der zuständige Bezirksstadtrat Florian Schmidt (Grüne), seit 2017 damit beschäftigt, Wohnungen dem freien Markt zu entziehen und zu kommunalisieren, sieht die sehr offene Drogenpolitik im Görlitzer Park als richtig an. Die Dealer aus dem Park zu verdrängen, habe nicht funktioniert. »Die standen während der Null-Toleranz-Politik in den Wohngebieten. Es wäre nur eine Verlagerung des Problems«, so der ehemalige Student der Soziologie.

Am Rande der Bezirksverordnetenversammlung betonte Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) gegenüber der ›Berliner Morgenpost‹ am Mittwochabend, dass der Vorschlag des Parkmanagers in keiner Weise Pläne des Bezirks widerspiegele. Sie distanzierte sich von der Idee Demircis und sagte, dass dies kein Vorschlag des Bezirksamts sei.  Herrmann wurde 2014 einer breiteren Öffentlichkeit durch ihr Missmanagement bekannt, als 2012 eine Gruppe von Illegalen die Gerhart-Hauptmann-Schule besetzte. Die Besetzung endete 2017 und kostete den Steuerzahler 4,94 Millionen Euro.

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