Peter Huth (WamS-Chefredakteur): Der Auflagenkiller

Das Elend des deutschen Journalismus hat viele Gesichter. Ein besonders trauriges ist das von Peter Huth. Wo immer er als Chefredakteur anfängt, bricht anschließend die Auflage ein. Berlins größte Boulevard-Zeitung ›B.Z.‹ verkaufte bei seinem Amtsantritt 2008 noch 175.000 Ausgaben wochentags, als er 2017 endlich ging waren es weniger als 100.000. Dafür gewann Huth viele Preise für seine politisch korrekten Titelbilder und gehörte auch sonst zu den Guten; also jenen, die Angela Merkel für toll und die eigenen Leser für Idioten halten.

Peter Huth

Seit 2017 ist Huth nun Chef der ›Welt am Sonntag‹, und ich bin zuversichtlich, dass er sie noch schneller ruiniert als es ihm bei der ›B.Z.‹ gelungen ist. Dafür sorgt schon seine Gesinnung. Dass diese sein Scheitern bei der ›B.Z.‹ unbeschadet überstanden hat und der Mann frei von Selbstzweifeln ist, hat er mit einem kleinen, miesen Kommentar mich betreffend bewiesen.

Er beginnt damit, dass ich ein »AfD-Renegat« sei, gemeint ist wahrscheinlich »CDU-Renegat«, denn dass ich die AfD verlassen hätte wäre mir neu. Weil ich eine Zahl zu sexuellen Übergriffen in Chemnitz ungenau referiert habe sei ich ein »Brandstifter«, der den »Mob«, der »auf der Straße marschiert«, erst möglich mache. Man ahnt, weshalb es diesen Typen so wichtig ist, dass es »Hetzjagden« gegeben hat: denn ohne Mob keine Brandstifter – und schon ist die ganze Verschwörungstheorie futsch.

Meine These zu Chemnitz lautet bekanntlich: es ist angesichts der ständigen sexuellen und sonstigen Übergriffe durch »Flüchtlinge« ein Wunder gewesen, dass es so lange ruhig blieb. Der bestialische Mord an Daniel Hillig war der berühmte Tropfen, der das Fass überlaufen ließ, aber es sind eben auch die vielen früheren Tropfen, die nun überlaufen und den Protest nähren. Hierbei habe ich neben zutreffenden Beschreibungen eine ungenaue Zahl genannt. Statt von sexuellen Übergriffen in der Öffentlichkeit – die fast durchweg von Ausländern begangen werden – schrieb ich »Vergewaltigungen«, was sachlich unzutreffend ist. Damit gab ich den wahrheitsliebenden Vertretern der Wahrheitspresse, die gerade von fiktiven »Hetzjagden« berichteten, einen Punkt. Er sei ihnen gegönnt; viel zu lachen haben sie ja derzeit nicht. Denn während ihre Argumentation zusammenbricht, wenn es keine »Hetzjagden« gab, bleibt meine intakt, wenn es statt Vergewaltigungen um öffentliche sexuelle Übergriffe geht.

Das merken auch die Leser. Deshalb hat der »Deutschland-Kurier« eine Auflage, die Peter Huth mit seinen Blättchen nicht mehr erreicht. Und dank seiner Gesinnung wird die Lücke immer größer. Wer will sich schon den Sonntag mit Merkel-Agitprop ruinieren?


Maximilian Krah

war bis 2016 Mitglied der CDU. Der promovierte Jurist ist seit 2018 stv. Landesvorsitzender der AfD Sachsen.

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