Der grüne Kampf gegen die individuelle Freiheit

Eine Kolumne von Boris T. Kaiser

Nach dem tragischen Vorfall von Berlin, bei dem ein Sportgeländewagen in eine Menschenmenge gefahren ist, machen die Grünen und ihre unzähligen Gesinnungsgenossen in Politik und Gesellschaft genau das, was sie ihren politischen Gegnern sonst gerne vorwerfen. Sie instrumentalisieren die Tragödie für ihre eigenen politischen Zwecke. Während sie bei den bewiesenermaßen vorsätzlichen, islamistischen Attentaten mit LKWs auf Weihnachtsmärkte und öffentliche Plätze, politische Konsequenzen stets verneinten, während sie die Vergewaltigungen durch vermeintliche Flüchtlinge und die Messermorde durch illegale Einwanderer immer als völlig unberechenbare, fast schon naturgewollte Schicksalsschläge darstellten, gegen die kein Kraut gewachsen sei und mit denen man in einer aufgeklärten liberalen und offenen Gesellschaft ganz einfach leben müsse, schreien sie nun, noch bevor der Fall auch nur annähernd aufgeklärt ist, bereits nach einem SUV-Verbot.

Nicht Grenzkontrollen, nicht DNA-Tests zur Ermittlung des Alters von Asylbewerbern oder der ethnischen Herkunft von Gewaltverbrechern, sollen die unbescholtenen Bürger schützen, diese wären nur diskriminierend und würden sowieso keine 100-prozentige Sicherheit bringen. Nein. Ein totales Verbot, oder zumindest eine Obergrenze, für Geländewagen soll nun das Mittel der grünen Wahl für das Überleben in der Großstadt sein.

Hätten wir eine kritische und neutrale Mainstream-Presse, würde den linksgrünen Verbotsforderern ihre Doppelmoral mit Karacho um die Ohren fliegen. Da die meisten Journalisten aber selbst linksgrüne Ideologen sind, die sich trotz veganem Lifestyle lieber die Zunge abbeißen würden, als auf die Verlogenheit ihrer ideologischen Genossen hinzuweisen, werden selbst die wirrsten Vorschläge ernsthaft öffentlich diskutiert und befürwortet, solange sie nur von der »richtigen« Seite kommen.

Eine der wenigen journalistischen Ausnahmen kommt dieser Tage, man höre und staune, ausgerechnet aus dem ›ARD‹-Hauptstadtstudio. Dirk Rodenkirch wirft den Grünen doch tatsächlich »blanken Populismus« vor. »Nur so viel zum Unfall in Berlin«, schreibt der ›SWR‹-Mann auf »tagesschau.de«: »Der wäre wohl nicht anders ausgegangen, wenn ein Familienkombi oder eine normale Limousine die Menschen erfasst hätte. Würden dann auch so viele schreien, dass diese Wagen raus aus der Stadt müssen?«

Viele Grüne würden diese Frage vermutlich mit einem klaren Ja beantworten. Zumindest, wenn es sich bei dem Fahrzeug nicht um ein E-Mobil handelt. Denn der Partei, die schon immer mehr eine radikale, elitäre Bewegung gegen die individuelle Freiheit denn eine normale parlamentarische Kraft war, geht es in der Debatte, wie zuvor schon bei ihrem Feldzug gegen den Diesel, vor allem um eins: die totale Verbannung des Verbrennungsmotors, aus keinem anderen Grund, als der fanatischen Umsetzung der eigenen Ideologie. Jede Gelegenheit soll genutzt werden, um dem Auto als Massenverkehrsmittel und damit der Individualisierung des Bürgers weg vom öko-sozialistischen Kollektiv, ein für alle Mal den Garaus zu machen. Deshalb bleibt es dabei: Der Kampf für das Auto, auch für den SUV, ist ein Kampf für die Freiheit.

Boris T. Kaiser

Boris T. Kaiser

startete seine Karriere als Gagschreiber für zahlreiche Comedy- und Satire-Formate. In den letzten Jahren arbeitet er vermehrt journalistisch und als politischer und gesellschaftlicher Kommentator. Er schreibt unter anderem für ›Die Achse des Guten‹, ›Tichys Einblick‹ und die Wochenzeitung ›Junge Freiheit‹. Kaiser betreibt außerdem den Blog brainfuckerde.wordpress.com.

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