»Der letzte Ruhrbaron«

Ex-Wirtschaftsminister Werner Müller erliegt Krebsleiden

Werner Müller (* 1. Juni 1946; † 15. Juli 2019)

Er galt als »der letzte Ruhrbaron«: Werner Müller (parteilos) ist tot. Nach Informationen des Deutschland Kuriers starb der Ex-Bundeswirtschaftsminister in der Nacht zum Dienstag im Alter von 73 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Ein Sprecher des Essener Chemie-Mischkonzerns »Evonik« bestätigte den Tod.

Der parteilose Müller war in der rot-grünen Regierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) von 1998 bis 2002 Wirtschaftsminister. Zudem war er Mitbegründer der »RAG-Stiftung«. Diese deckt die Dauerfolgen des Bergbaus ab. Müller war zudem der erste Chef des Chemiekonzerns »Evonik«, der die dafür nötigen Mittel zu großen Teilen erwirtschaftet.

Der menschlich überaus sympathische Zigarillo-Kettenraucher (»Nobel Petit«) mit der Vorliebe für maßgeschneiderte Dreiteiler (nie ohne Weste) war ein großer Liebhaber klassischer Musik und genoss über alle Parteigrenzen hinweg hohes Ansehen als »der letzte große Ruhrbaron« traditioneller Prägung im Revier. »Werner Müller hat unschätzbare Verdienste um den deutschen Bergbau und die Bergleute, die ihm persönlich immer besonders am Herzen lagen«, erklärte der aktuelle RAG-Vorstandschef Peter Schrimpf. Aus dem Vorstand der RAG-Stiftung hatte sich Müller im vergangenen Jahr wegen seiner Krebserkrankung zurückgezogen. (oys)

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