Der Steuerzahler wird’s schon richten

Bund macht Milliardenverlust durch Absturz der Commerzbank-Aktie

Die Commerzbank-Aktie hat im vergangenen Jahr rund 50 Prozent an Wert verloren: Der Bund ist als Aktionär mit 15 Prozent Beteiligung besonders betroffen

Der Absturz der Commerzbank-Aktie hat beim staatlichen Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS) und damit indirekt beim Steuerzahler zu einem Milliardenverlust geführt.

Die Commerzbank-Aktie hat im letzten Jahr rund 50 Prozent an Wert verloren. Mit mehr als 15 Prozent Beteiligung ist der Bund Großaktionär bei dem krisengeschüttelten Institut.

Wie die Finanzagentur GmbH des Bundes in dieser Woche mitteilte, muss der staatliche Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (FMS) allein bezüglich seiner 15,6-prozentigen Beteiligung an der Commerzbank AG 1,31 Milliarden Euro im Jahr 2018 abschreiben.

Der Commerzbank-Kurs war im Verlauf des vergangenen Jahres von 12,51 Euro auf 5,78 Euro gefallen. Im Jahr 2017 hatte der steigende Kurs dem FMS noch einen Gewinn von 1,46 Milliarden Euro gebracht.

Zehn Jahre nach der Finanzkrise hat die Bankenrettung den deutschen Staat bisher insgesamt 22,6 Milliarden Euro gekostet. Allein im vergangenen Jahr lagen die Kosten bei rund 1,6 Milliarden Euro, gab die Finanzagentur des Bundes bekannt.

Die »Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH« verwaltet den Rettungsfonds seit Anfang 2018. Mit dem FMS wollte der Bund 2008/09 das deutsche Bankensystem stabilisieren. Der Fonds – auch unter der Bezeichnung SoFFin bekannt – ist außerdem an der Hypo Real Estate Holding (HRE) und der ehemaligen WestLB (heute Portigon) beteiligt.

Von ihrem Ziel, sich irgendwann ohne Verlust aus der nach der Finanzkrise 2008 geretteten Commerzbank verabschieden zu können, ist die Bundesregierung weiter entfernt denn je. Das Aktienpaket war Ende letzten Jahres nur noch 1,3 Milliarden Euro wert – halb so viel wie noch ein Jahr zuvor. Der Grund: Die Commerzbank-Aktie hat allein im letzten Jahr rund 50 Prozent verloren.

Damit der Bund ohne Verlust überhaupt je aus seiner verhängnisvollen Commerzbank-Beteiligung aussteigen könnte, müsste der Kurs der Aktie, der zuletzt bei 6,37 Euro lag, um – angesichts der Nullzinspolitik – völlig unrealistische 200 Prozent steigen. (hh)

Drucken