Der wirtschaftliche Niedergang Deutschlands ist vor allem hausgemacht und weniger eine Folge der lahmenden Weltkonjunktur

Die linksgrüne Rezession

Deutschland ist mitten in die Rezession geschliddert. Diese hat weniger mit dem Abflauen der Weltkonjunktur zu tun als viel mehr mit dem Regierungshandeln bzw. Nichtregierungshandeln von Angela Merkel (CDU).

Windkraft-Irrsinn, Genderwahn, E-Auto-Fokussierung: Der wirtschaftliche Niedergang Deutschlands hat seine Ursachen auch in der Konzentration der Politik auf linksgrüne Wohlfühlthemen

Aufschwung ade – die ernüchternde Bilanz des ersten Halbjahrs 2019 lautet:

► Die Wirtschaft ist nur noch um magere 0,5 Prozent gewachsen.

► Das Bruttoinlandsprodukt stagniert.

► Allein im Juni schrumpften die Exporte im Vergleich zum Vorjahr um dramatische acht Prozent und damit so stark wie seit fast drei Jahren nicht mehr, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Experten erwarten für 2019 ein gesamtwirtschaftliches Minus von 0,1 Prozent. Mit anderen Worten: Deutschland steckt bereits mitten in einer Rezession. Nach gängiger Definition liegt eine Rezession vor, wenn die Wirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zu den Vorquartalen nicht wächst oder schrumpft (sinkendes Bruttoinlandsprodukt).

Im schlimmsten Fall droht sogar eine länger anhaltende Phase wirtschaftlicher Depression. Davon spricht man, wenn es sich um eine tiefgreifende strukturelle Wirtschaftskrise mit hoher Arbeitslosigkeit, massenweise Insolvenzen, sinkenden Preisen (Deflation) infolge eines die Nachfrage weit übersteigenden Warenangebots handelt. Ein solches dramatisches Konjunkturtief über längere Zeit hat es in der Wirtschaftsgeschichte der Industriestaaten 1929 bis 1932 (sogenannte Weltwirtschaftskrise) gegeben.

Deutschland hat die Zukunft verpennt

Zwar sind deutsche Unternehmen wie in kaum einem anderen Land von Exporten abhängig und insofern besonders von der lahmenden Weltkonjunktur betroffen. Aber die Probleme der deutschen Wirtschaft sind zu einem größeren Teil hausgemacht und die Folge einer verfehlten und mit Blick auf die Digitalisierung vor allem verpennten Politik der Regierungen Merkel.

Eine Rezession, die im vierten Quartal 2018 mit viel Zahlentrickserei und mikroskopisch kleinen 0,02 Prozent Wachstum noch schön gerechnet werden konnte, lässt sich jetzt statistisch nicht mehr wegfrisieren. Das »R-Wort« ist Realität geworden. Und diese Realität hat nicht nur mit Dingen wie Brexit und Handelsstreitigkeiten zu tun.

Deutschland zahlt nach Jahren der Fokussierung auf linksgrüne Wohlfühlthemen wie E-Auto, Windräder-Irrsinn, Atom- und Kohleausstieg sowie Genderwahn den Preis dafür, dass die Bundesregierung es in sträflicher Weise versäumt hat, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um die deutsche Wirtschaft fit für die Zukunft zu machen.

Reformen wurden nicht angepackt; die immer neuen Rekord-Steuereinnahmen wurden für Wahlgeschenke wie die Grundrente verplant oder zum Stopfen von Haushaltslöchern, die mittelbar und unmittelbar die Masseneinwanderung in den Bundesetat (und nicht nur den) gerissen hat; Investitionen in Digitalisierung, Bildung und Infrastruktur blieben auf der Strecke; deutsche Unternehmen ächzen weiterhin unter einer der höchsten Steuerlasten weltweit; der Arbeitsmarkt ist wie in kaum einem anderen Industrieland bürokratisch reguliert und stranguliert.

»Macht alles so teuer, dass wir davon runterkommen!«

Deutschland – Hauptsache gendergerecht und klimafreundlich – dreht sich immer mehr um sich selbst: Der Soli, für den die Rechtsgrundlage schlichtweg entfallen ist, wird nicht wirklich abgeschafft. Vielmehr werden die Bürger auf weitere Steuer- und Abgabenerhöhungen (Stichwort CO2-Bepreisung) vorbereitet.

Um »das Klima« zu retten und/oder den Fleischgenuss ethisch unbedenklich zu machen, wollen linksgrüne Bevormundungsideologen Schnitzel und Kotelett verteuern oder gleich ganz verbieten. Benzin/Diesel sowieso. Immobilieninvestoren gehören selbstverständlich enteignet!

Die Volkserzieher in ›Tagesthemen‹ und ›Heute Journal‹, die mit ihren dicken Gehältern im Bioladen einkaufen oder auf Spesen im Sternerestaurant schlemmen (das Herz schlägt links, die Zunge schmeckt rechts), singen das hohe Lied des Verzichts: »Macht Fleisch, Autofahren und Fliegen so verdammt teuer, dass wir davon runterkommen. Bitte! Schnell!«

Statt Wohlstand für alle, Weniger für alle

Der liberal-konservative Publizist Roland Tichy konstatiert zutreffend: »Ludwig Erhards ›Wohlstand für alle‹ wird umgedeutet in ein ›Weniger für alle‹.«

Die bittere Wahrheit ist: Deutschlands Wirtschaftskraft liegt mittlerweile auf dem vorletzten Platz in Europa. Selbst Italien, auf das der Mainstream stets mit dem spitzen Zeigefinger deutet, hat ein Minus bislang vermeiden können.

Überhaupt wies im zweiten Quartal 2019 kein einziges Land im Euroraum einen Wirtschaftsrückgang auf. Die Eurozone insgesamt wuchs um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Nimmt man die restlichen EU-Staaten hinzu, erreichte das Wachstum sogar vergleichsweise beachtliche 1,3 Prozent.

FAZIT: Sogar Europa rennt, derweil Deutschland pennt!

PS: »Die Klimakanzlerin ist zurück!«, jubeln heute die Mainstream-Medien. Der Grund: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dringt auf eine drastische Verschärfung des EU-Klimaziels für 2030: Eine Senkung des Ausstoßes der Treibhausgase in der Europäischen Union um 55 Prozent könne sie »gut mittragen«, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag an der Seite des niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte in Den Haag. Wer das bezahlen soll, sagte sie nicht. Aber es hat ja noch immer wunderbar geklappt mit der »Entreicherung« der Steuerzahler und Verbraucher: Gas, Strom, Wasser – schauen Sie ganz einfach mal auf Ihre Abrechnung!

PPS: Eine weitere deutsche Vorzeigebranche steckt in Schwierigkeiten: Laut Branchenorganisation »Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken« (VDW) haben ihre Mitgliedsunternehmen seit Beginn des Jahres mit äußerst starken Auftragsrückgängen zu kämpfen. Im ersten Quartal betrugen sie 21 Prozent, im zweiten 22 Prozent. Dass die Konjunktur in Deutschland immer stärker lahmt, lässt sich auch daran ersehen, dass der Rückgang der Inlandsbestellungen im ersten Quartal bei 19 Prozent im Minus lag, im zweiten Quartal bereits bei 28 Prozent. (hh)

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