Deutsche Wirtschaft

Kurzarbeit bei Saarstahl

Schornsteine der Saarstahl AG in Völklingen: Der Konzern reagiert mit Kurzarbeit auf einen drastischen Rückgang der Stahlnachfrage

Aufgrund der Einbrüche bei der Automobilindustrie will die Saarstahl AG ab 1. September für drei Monate auf Kurzarbeit umstellen. Darüber hat das Unternehmen Ende der vergangenen Woche seine Mitarbeiter informiert. Anlass dafür ist ein drastischer Rückgang der Stahlnachfrage.

Die Anlagen seien entsprechend schwach ausgelastet, teilte das Völklinger Unternehmen mit. Ursache dafür seien vor allem die Einbrüche bei der Automobilindustrie und im Maschinenbau. Darüber hinaus machen Saarstahl auch stark angestiegene Importe aus dem Ausland in die EU zu schaffen, berichtete der ›Saarländische Rundfunk‹. Die Kurzarbeit soll wochen- oder tageweise in allen Bereichen von Saarstahl gefahren werden und sei zunächst für drei Monate beantragt, teilte der Konzern in der vergangenen Woche mit.

Am Montag sprach IG-Metall Gewerkschaftssekretär Ralf Cavelius gegenüber dem ›SR‹ von einer »absehbaren Entscheidung«. Er gehe nicht davon aus, dass die Kurzarbeit nur auf drei Monate beschränkt bleibt. Laut ›Bild‹-Zeitung laufen bei Saarstahl Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Vorstand, wie die Kurzarbeit umgesetzt werde. Fraglich sei, ob die Arbeitsagentur das Kurzarbeitergeld aufstocken wird.

Der Saarstahl Konzern beschäftigte rund 6.400 Mitarbeiter und produzierte im Jahr 2018 2,78 Millionen Tonnen Rohstahl. Der Konzernumsatz belief sich auf 2,53 Milliarden Euro. Die Saarstahl AG ist eines der größten saarländischen Unternehmen und mit 287 Auszubildenden ein bedeutendes Ausbildungsunternehmen im Saarland.

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