Deutschland hat ein Klimaproblem – und zwar ein Problem mit dem Wirtschaftsklima

Rezession voraus!

Alle reden über das Klima, aber kaum einer spricht vom Wirtschaftsklima. Das ist so katastrophal wie lange nicht mehr. Die deutsche Wirtschaft gleitet in die Rezession ab.

Düstere Wolken über dem Wirtschaftsstandort Deutschland: Wir stehen am Beginn einer schweren Krise

Wer geht eigentlich gegen die irrsinnige Nullzinspolitik der Notenbanken auf die Straße? Wer protestiert gegen die Europäische Zentralbank (EZB), die südländische Zombiebanken um jeden Preis am Leben hält? Warum demonstriert niemand dagegen, dass den deutschen Sparern bisher 648 Milliarden Euro an Zinsen entgangen sind? Wo sind die Transparente gegen Niedriglöhne und Altersarmut? Warum marschiert niemand dagegen an, dass Deutschland nach Belgien die höchste Steuer- und Abgabenlast weltweit hat? Warum wird lautlos hingenommen, dass mit der CO2-Steuer weitere Abgaben drohen, dass in der Automobilindustrie durch den absurden E-Auto-Hype massenweise Arbeitsplätze kaputtgehen?

Alle reden vom Klima – aber keiner redet davon, dass das Wirtschaftsklima in einer der größten Industrienationen am Nullpunkt und sogar schon darunter angekommen ist! Keiner? Stimmt nicht!

Die Ökonomen und Bestseller-Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich resümieren auf ihrem Blog schonungslos zu den Fakten:

Deutschland steht demnach vor einer wirtschaftlichen Krise, die von den Politikern mit Beschwichtigungsformeln schöngeredet wird: Das Land befindet sich bereits mitten in einer Rezession!

Der saisonbereinigte und reale Auftragseingang der deutschen Industrie sank im Mai 2019 um 8,6 Prozent zum Vorjahresmonat! Es geht im Vergleich zum Vorjahresmonat den zehnten Monat in Folge abwärts! Erste Unternehmen kündigen Entlassungen an und viele werden folgen.

Die Deutsche Bank baut 18.000 Stellen ab, BASF 6.000. Auch bei Bayer, Siemens und Thyssen hat der Kahlschlag begonnen. Ford streicht allein in Köln 3.800 Arbeitsplätze. (Der Deutschland Kurier berichtete hier, hier und hier.)

 

Die Automobilindustrie stürzt ab

Mittlerweile sieht es in Deutschlands Schlüsselindustrie rabenschwarz aus. Die Pkw-Produktion sank im Juni 2019 um sage und schreibe 24,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. In den ersten 6 Monaten 2019 ist ein Minus von 12,5 Prozent zu verzeichnen. Bereits 2018 war die Produktion um 9,4 Prozent zum Vorjahr eingebrochen! Das E-Auto wirkt – und zwar wirtschaftlich verheerend!

Klar kann man in den Großstädten mit dem Fahrrad und einem gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr auch ohne Auto ans Ziel gelangen. Aber nicht alle Deutschen leben im linksgrün versifften Berliner Szenebezirk Prenzlauer Berg; leider sind die Distanzen auf dem flachen Land meist größer und es gibt praktisch keine Alternative zum Auto. Diese Erkenntnis scheint sich jedoch in der politischen Filterblase in den städtischen Ballungsräumen nicht durchzusetzen. Sollte das Thema Elektromobilität genauso dilettantisch wie die sogenannte Energiewende – Deutschland hat nach Dänemark die zweithöchsten Strompreise in Europa – umgesetzt werden, dann gute Nacht Deutschland!

 

Kampf gegen das Auto geht munter weiter

Derweil geht die ideologische Verteufelung des Autos, insbesondere großer und hochpreisiger Premiummodelle, unverdrossen weiter – wohlgemerkt ein Marktsegment, in dem Deutschland bislang noch weltweit führend ist. Denn exakt mit diesen Fahrzeugen verdienen die Premiummarken Audi, BMW und Mercedes ihr Geld – und nicht mit Klein- und Mittelklassewagen.

»Wenn wir tatsächlich unsere Fahrzeugindustrie – welche 21 Prozent unseres BIP [Bruttoinlandsprodukt] ausmacht – weiter zerstören, dann müssen einem jeden die Konsequenzen bewusst sein«, warnen die Blogger Weik und Friedrich.

Die beiden Ökonomen empfehlen dazu auch einen lehrreichen Blick auf den Länderfinanzausgleich. Im Länderfinanzausgleich sind im vergangenen Jahr Rekordsummen geflossen. Bayern zahlte mit 6,67 Milliarden Euro den bislang höchsten Betrag gefolgt von Baden-Württemberg mit knapp 3,1 Milliarden Euro. Berlin hingegen kassierte mit gut 4,4 Milliarden Euro unter den Empfängerländern die höchste Summe. Weik und Friedrich fragen: »Wie würde beispielsweise Berlin dastehen und wie wäre die Stimmung im Epizentrum der realitätsfernen Politik, wenn der Geldfluss aus Baden-Württemberg und Bayern nicht mehr fließt?«

Matthias Weik und Marc Friedrich zur kommenden Rezession:

 

Die Bestsellerautoren ziehen aus alledem folgenden Schluss:

»Der Klimawandel kommt und zwar zuallererst in der Wirtschaft. Deutschland hat in punkto Digitalisierung den Anschluss an das 21. Jahrhundert bereits verpasst und dies wird sich in Kürze bitter rächen. Dennoch ruht man sich auf den Lorbeeren und dem Geld aus Wirtschaftsbereichen, welche momentan in die Knie gehen, aus und verteilt weiterhin großzügig Steuergelder an die EU und den Rest der Welt.«

 

Bericht aus dem Finanzministerium lässt Alarm schlagen

Der aktuelle Monatsbericht des Finanzministeriums bestätigt die Analysen von Weik und Friedrich. »Die Industrie zeigt schon seit dem Jahreswechsel 2017/18 eine abwärtsgerichtete Tendenz«, so der Bericht. Je nach Schätzung wird das Wirtschaftswachstum in Deutschland in diesem Jahr bei ungefähr einem Prozentpunkt liegen. Im Gegensatz dazu wächst Asien, Europa fällt ab.

Das Ministerium rechnet für die Zeit von April bis Juni – nachdem es zwischen Januar und März noch um 0,4 Prozent nach oben ging – mit einer »verhaltenen Entwicklung«. Das deute, so Experten, zumindest auf Stagnation, schlimmstenfalls auf einen Rückgang der Wirtschaftsleistung hin. Auch wenn es für Deutschland im zweiten Quartal noch nicht spürbar wird: Die Lage für den Rest des Jahres wird nicht einfacher werden. Problemkind sei die Industrie, heißt es im Bericht weiter. Das »Stimmungsbarometer«, der Einkaufsmanagerindex, liegt seit Monaten bei etwa 45 von 100 Punkten. Alles was unter 50 Punkten liegt, deute darauf hin, dass die Umsätze und Gewinne schrumpfen werden.

 

Auch Anleger verlieren Vertrauen

Eine aktuelle Umfrage unter Analysten und Anlegern weist in dieselbe Richtung: Demnach schätzen Anleger die deutsche Konjunkturlage angesichts des Auftragsschwunds in der Industrie so schlecht ein wie seit über neun Jahren nicht mehr. Das Barometer fiel im Juli um 8,9 auf minus 1,1 Zähler, wie das Mannheimer »Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung« (ZEW) diese Woche zu seiner monatlichen Umfrage unter 189 Analysten und Anlegern mitteilte. Das Barometer für ihre Erwartungen für das nächste halbe Jahr sank zugleich um 3,4 auf minus 24,5 Punkte. Das ist der schwächste Wert seit Oktober 2018. Von ›Reuters‹ befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf minus 22,3 Zähler gerechnet. (hh)

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