Martin Schulz (SPD) und Angela Merkel (CDU) auf Kuschelkurs

GroKo-Gefeilsche bis zum Frühjahr – schon jetzt steht fest:

Muttis Beste, Anne Will, stellte ihren Talkgästen die Mutter aller Fragen: »Wie geht es weiter in Berlin?« Auf die Antwort wird Deutschland noch eine Weile warten müssen. Vermutlich bis zum Frühjahr.

Angela Merkel (CDU) machte vergangene Woche erst einmal den Abflug. Leider nicht aus dem Amt, sondern zum EU-Afrika-Gipfel an die Elfenbeinküste. Derweil 5.500 Kilometer jenseits von Afrika, in der deutschen Hauptstadt, die Hütte brennt.

Letzter Löschwasserstand: Nach einer Sitzung des CDU-Bundesvorstandes bot die Masseneinwanderungskanzlerin der SPD Verhandlungen über eine mögliche Regierungsbildung an.

Staatstragend senkte Merkel die Stimme: Es gebe »national wie international« die Erwartung, dass Deutschland »mit einer stabilen Regierung handlungsfähig« sein müsse. Deshalb: »Wir sind bereit, mit der SPD Gespräche aufzunehmen.«

TROMMELWIRBEL, TUSCH!

Vor nicht einmal zwei Monaten, auf dem Deutschland-Tag der Jungen Union (JU), klang das irgendwie anders. Da war Jamaika angesagt – und Merkel voll auf dem schwarz-gelb-grünen Sondierungs-Trip. Vor dem CDU-Jungvolk blies die Beliebigkeitskanzlerin mächtig die Backen auf: Es sei »offenkundig, dass die SPD auf absehbare Zeit auf Bundesebene nicht regierungsfähig ist.«
Merkel wird zu Unrecht der Vorwurf gemacht, sie sei als CDU-Vorsitzende nicht traditionsbewusst. »Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern«, pflegte schon Konrad Adenauer zu sagen.

Zum Wesen der Zwangsehe gehört, dass Mann und/oder Frau sich den Partner nicht aussuchen können. Den Kuppler gibt der Grüßaugust der Republik, Frank-Walter Steinmeier, von Amts wegen Bundespräsident. Der lud am vergangenen Donnerstag auf Schloss Bellevue ein: Merkel, den Noch-SPD-Vorsitzenden Martin Schulz und Horst Seehofer, den zu diesem Zeitpunkt Noch-CSU-Chef. Letzterem ist für die Zwangsheirat die Rolle des Trauzeugen zugedacht. Die Geladenen waren sich einig, dass man sich nicht einig ist. Um den Preis wird gefeilscht. Das gehört zum Ritual einer solchen »Ehestiftung« nach islamischem Recht.

So viel dürfte schon jetzt feststehen – die Mitgift bei einer (dritten) Großen Koalition zahlt vor allem Deutschland!

Die Folgen von Merkels Weiter-so-Politik werden sein:
• vier weitere Jahre politischer Stillstand;
• vier weitere Jahre Energiewende-Irrsinn;
• vier weitere Jahre Masseneinwanderung;
• massive Steuererhöhungen (früher oder später);
• eine sozialistische Einheitskrankenversicherung (»Bürgerversicherung«).

Absehbar sind die Konsequenzen für CDU und CSU:
• weitergehende Sozialdemokratisierung der Merkel-CDU;
• steigende Unzufriedenheit an der (soweit überhaupt noch vorhanden) konservativen Restbasis;
• bundespolitische Verzwergung der CSU bis zur Splitterpartei;
• ein erneutes CSU-Wahldesaster bei der Landtagswahl im Herbst 2018.

Einen hohen Preis allerdings werden auch die Sozialdemokraten zu zahlen haben:

Der innerparteiliche Machtkampf zwischen Befürwortern und Gegnern einer Großen Koalition dürfte bis zu einer de facto Spaltung der einst stolzen »Volkspartei« eskalieren; die Marginalisierung der SPD im Zehn-Prozent-Turm wäre damit nur noch eine Frage der Zeit.
Wahrscheinliche Folgen für die Grünen: öko-faschistoide Re-Radikalisierung mit einem möglichen Comeback des Alt-Stalinisten Jürgen Trittin an der Spitze.
Nicht weiter der Rede wert sind die voraussichtlichen Folgen für die Linkspartei. Sie dürfte alsbald in der fundamental-oppositionellen Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Die FDP hingegen könnte sich als liberal-konservative politische Kraft und damit als politische Ergänzung zur AfD positionieren.

Gewinner einer Großen Koalition wäre aber ohne Zweifel die AfD:

Als stärkste Oppositionsfraktion im Deutschen Bundestag würde ihre große Chance darin liegen, dass sie alle anderen Parteien vor sich hertreibt. Diese Strategie war bereits in der letzten Sitzungswoche zu beobachten: keine Fundamentalopposition, keine ideologischen Scheuklappen – wechselndes Abstimmungsverhalten allein nach Maßgabe der Vernunft. Das realistische Ziel einer demnächst 20-Prozent-Partei könnte in greifbare Nähe rücken.

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»Jetzt geht es nicht um Parteien, jetzt geht es um unser Land«, schwadroniert derweil CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder. Das klingt verdächtig nach Wilhelm Zwo: »Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche.«
Kauder kennt natürlich noch mehr: Ministerposten für die GroKo-Bonzen!

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