»Deutschlandtrend«:

AKK im freien Fall – Merz zeigt Interesse

Im Machtkampf zwischen Friedrich Merz und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat der Sauerländer Aufwind: »AKK« rutscht hingegen immer tiefer in die Krise

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer stürzt auf einen neuen Tiefstand in der Wählergunst ab. Nicht einmal ein Fünftel der Bürger traut ihr eine erfolgreiche Kanzlerkandidatur, geschweige denn Kanzlerschaft, zu. Unterdessen zeigt Rivale Friedrich Merz erstmals offen Interesse an der Kanzlerkandidatur.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer rauscht ungebremst immer tiefer in die Krise. So musste sie im November abermals schwere Verluste in der Wählergunst hinnehmen:

Laut ›ARD‹-»Deutschlandtrend« verlor sie im Vergleich zum Oktober fünf Punkte in der Zufriedenheit und landete damit in der Rangliste auf dem vorletzten Platz der zwölf abgefragten Politiker. Das ist ihr bisheriger Tiefststand. Es würde nicht verwundern, wenn die CDU-Vorsitzende im 12er-Ranking des »Deutschlandtrends« demnächst gar nicht mehr auftaucht.

Der eklatante Ansehensverlust der CDU-Vorsitzenden Kramp-Karrenbauer zeigt sich insbesondere bei der Frage nach einem geeigneten Kandidaten für die Kanzlerkandidatur von CDU und CSU bei der nächsten Bundestagswahl: Nur 19 Prozent der Befragten halten die Saarländerin für eine gute Kanzlerkandidatin – 74 Prozent vertreten die gegenteilige Sicht. Kramp-Karrenbauer schneidet damit schlechter ab als alle anderen fünf Unionspolitiker, die zur Auswahl standen.

Merz fühlt sich »ermutigt«

Die besten Werte erhielt der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU). Allerdings spaltet der Sauerländer die Wählerschaft wie kein anderer: 42 Prozent halten ihn für einen guten Anwärter; 43 Prozent zeigen sich dagegen nicht überzeugt von ihm. CSU-Chef Markus Söder verzeichnet eine Zustimmung von 29 Prozent der Befragten, zugleich aber eine Ablehnung von 53 Prozent.

Unterdessen nimmt die Debatte um die Kanzlerkandidatur in der Union weiter Fahrt auf. Laut Medienberichten erklärte Merz bei einer Podiumsdiskussion in Passau auf die Frage, ob er selbst Kanzlerkandidat werden wolle: »Ich fühle mich ermutigt.« Es ist die bisher deutlichste Äußerung des AKK-Rivalen in Bezug auf seine politischen Ambitionen. Auf der Podiumsdiskussion schloss Merz nicht aus, dass ein Sonderparteitag über die sogenannte K-Frage in der Union entscheiden könnte.

Wie immer ruderte Merz danach auch prompt zurück. Der ›Bild‹-Zeitung sagte er mit Blick auf den CDU-Parteitag am 22./23. November: »In Leipzig geht es nicht um Personalentscheidungen. Wir müssen die CDU als Ganzes voranbringen und dazu werde ich inhaltlich beitragen.« Er nehme am Bundesparteitag »als Delegierter der CDU des Hochsauerlandkreises teil und werde mich an der Diskussion zu den Sachthemen gerne beteiligen«.

Spekulationen, er säge am Stuhl von Kramp-Karrenbauer und plane auf dem CDU-Parteitag einen Putsch, wies Merz zurück. Das sei »einfach Unsinn«, sagte Merz. »Es sind Gerüchte ohne jede Substanz.« Er fügte hinzu: »Die CDU stürzt ihre Vorsitzenden nicht.«

Das dürfte Helmut Kohl, würde er noch leben, vermutlich anders sehen. (oys)

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