Die Auftragslage der deutschen Industrie wird immer schwächer

Die Rezession ist da!

Die fetten Jahre sind vorbei: Die Rezession hat Deutschland erreicht

Der Abschwung in der deutschen Industrie nimmt an Schärfe deutlich zu. Im Juli kam es erneut zu einem signifikanten Rückgang der Bestellungen. Die Rezession hat somit die gesamte deutsche Wirtschaft erfasst.

Die deutsche Industrie hat im Juli wegen der sinkenden Nachfrage aus Übersee den stärksten Auftragsschwund seit einem halben Jahr erlitten. Das Neugeschäft schrumpfte um 2,7 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte.

Von der Nachrichtenagentur ›Reuters‹ befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang um 1,5 Prozent gerechnet. »Die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe starteten insgesamt schwach ins dritte Quartal«, ließ Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) jetzt erklären, nachdem er die Lage bisher immer schöngeredet hatte.

Weltnachfrage bricht ein

Im Juni hatte es noch ein unerwartet starkes Wachstum von 2,7 Prozent gegeben, allerdings nur aufgrund ungewöhnlich vieler Großaufträge. Diese fielen im Juli eher mau aus.

Während die Bestellungen aus dem Inland um 0,5 Prozent abnahmen, stiegen die Aufträge aus der Eurozone überraschend um 0,3 Prozent. ABER:

Dagegen sank die Nachfrage aus Übersee – allen voran aus den weltgrößten Volkswirtschaften USA und China – um 6,7 Prozent. »Angesichts der weiter schwelenden internationalen Handelskonflikte und der zurückhaltenden Geschäftserwartungen im verarbeitenden Gewerbe zeichnet sich für die kommenden Monate noch keine grundlegende Besserung der Industriekonjunktur ab«, erwartet das Bundeswirtschaftsministerium jetzt in seinem Ausblick.

Mit der anhaltenden Schwäche der Industrie würde Europas größte Volkswirtschaft im laufenden dritten Quartal erneut schrumpfen und damit laut ökonomischer Definition in die Rezession abgleiten. Denn: Die Schwäche der Neubestellungen belastet nachhaltig die Industrieproduktion und damit auch das Wachstum der gesamten Wirtschaft.

Auch die Inlandsnachfrage schwächelt

Experten weisen darauf hin, dass die Misere auch auf die geringere Binnennachfrage zurückgeht. »Seit Jahresbeginn sind die Inlandsaufträge sogar stärker gesunken als die Auslandsaufträge«, sagte der Deutschland-Chefvolkswirt der niederländischen ING-Bank, Carsten Brzeski, den ›Deutschen Wirtschaftsnachrichten‹ zufolge. Dies deute darauf hin, »dass die globalen Probleme die Binnenwirtschaft erreicht haben«.

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