Die Autokonzerne dürfen sich nicht aus der Verantwortung stehlen

Die Hexenjagd auf den Diesel

Dieselfahrverbot titelte es landauf, landab dieser Tage. Was haben wir Autofahrer nicht alles in den letzten Jahren erlebt? Abwrackprämie, Umweltplakette, und jetzt das nahe Aus für über 15 Millionen Dieselfahrzeuge.

Zugegeben, eine schöne heile Welt auf dem Papier, wo Energie nur noch aus Windkraftwerken oder Fotovoltaik die Welt bewegt, aber sind Träume nicht oftmals zugleich Schäume? Glaubt irgendwer in dieser Republik, dass die Welt ein wenig sauberer wird, wenn in unserem Land der Diesel von den Straßen verschwindet?

Wie war das noch mit dem Kerosin oder dem Schweröl, welches in Flugzeugen und Schiffen zu Millionen Barrel täglich verbrannt wird?

Oder denken Sie nicht auch an die Schwerindustrie, welche aus dem technisch hoch industrialisierten Europa in Schwellenländer und die Dritte Welt dank der Globalisierung verschoben wurde. Wird dort nun umweltfreundlicher als in Europa produziert? Haben Sie nicht auch die Bilder vor Augen, wo in China jeder zweite Einwohner mit Mundschutz rumläuft, oder wo in Indien keinerlei Horizont mehr zu erkennen ist? Und was mag mit unseren Diesel-Fahrzeugen passieren, wenn sie auf bundesdeutschen Straßen nicht mehr fahren dürfen? Kommen die womöglich alle in die Presse und werden zu kleinen metallenen Blöcken geformt?
Die Antwort kennen Sie. Afrika und der Nahe Osten werden dankende Abnehmer für unsere ausrangierten Fahrzeuge werden, und knattert dort mal der Kat oder der Auspuff, so wird der kurzerhand abgeschraubt. Dies alles getreu dem Motto, was kümmert mich das Unkraut in Nachbars Garten, wenn bei mir nur der Rasen grünt. Gewinnen wird einzig und alleine die Autoindustrie, die auf einen Schlag 15 Millionen Kraftfahrzeuge neu an den Mann bringen kann. Da locken Milliardengewinne von ungeahntem Ausmaß und freundliche Gesichter bei so manchem Lobbyisten. Zugegeben, wir haben nur diese eine Welt, und die müssen wir hegen und pflegen.

Dies geschieht aber nicht dadurch, dass wir Probleme nur verlagern, sondern auch tatsächlich angehen.

Audi, VW, und wie sie alle heißen, haben Heerscharen an Entwicklern und Ingenieuren. Wie wäre es, wenn diese Menschen nach technischen Lösungen suchen würden? Rom wurde bekanntlich auch nicht an einem Tag erbaut, aber in einem innovativen Deutschland mag das möglich sein. Wir schicken Menschen ins All und schauen uns die Bundesliga auf dem Smartphone an, da wird man auch einen umweltverträglichen Diesel entwickeln können. Nicht heute, aber vielleicht morgen.


Stefan Keuter

45 Jahre alt, Bundestagsabgeordneter der AfD-Bundestagsfraktion aus NRW, Mitglied des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages und stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Entwicklung und Zusammenarbeit.

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