Die drei Vollpfosten der Woche:

Eva Högl (SPD), Philipp Amthor (CDU), Frank-Walter Steinmeier (SPD)

Bundeswehr-Teletubby Eva Högl

Das war zu erwarten. Eva Högl, die SPD-Funktionärskarrieristin, die mit einem legendären Auftritt als hyperaktives Teletubby bundesweit bekannt und zur Lachnummer wurde, trampelt nach ihrer Wahl zur Wehrbeauftragten wie ein Elefant im Porzellanladen auf der Bundeswehr herum. So schnell und so gründlich hat wohl noch nie ein Politiker in herausgehobener Stellung das Vertrauen der Truppe verspielt.

Was sollte sie aber sonst auch anfangen mit dem schönen Posten, der ihr immerhin eine B11-Besoldung auf Staatssekretärsniveau einbringt. Von Militär und Verteidigungspolitik hat sie keine Ahnung, eine Kaserne hat sie noch nie von innen gesehen. Woher soll sie da wissen, wie Soldaten ticken?

Also macht Eva Högl, was sie neben Zuwanderungspropaganda am besten kann: »Kampf gegen rechts«. Der Medienwirbel um das Kommando Spezialkräfte (KSK) kam da zu Amtsantritt gerade recht. Högl ließ sich gleich von der Verteidigungsministerin in eine Säuberungskommission einspannen und trompetete fröhlich drauflos: Das seien »mehr als Einzelfälle«, es gebe »Strukturen und Netzwerke innerhalb der Bundeswehr, die rechtsextrem sind, wo es rassistische Übergriffe gibt«, und da müsse natürlich schnell und gründlich durchgegriffen werden.

Bravo, Frau Högl: Statt die Bundeswehr gegen Pauschalverdächtigungen in Schutz zu nehmen, stellt sie die Soldaten selbst unter Generalverdacht. Statt als unabhängiger Anwalt der Truppe, wie das Amt des Wehrbeauftragten eigentlich gemeint ist, agiert sie als ihr Chefankläger. Die Personalentscheidungen der GroKo in Bezug auf die Bundeswehr sind eine einzige Verhöhnung der Armee in Serie.

Champagner-Jüngling Philipp Amthor

CDU-Jungstar und Medienliebling Philipp Amthor ist ganz schön abgestürzt. Einst haben sie ihn für jede nassforsche Rede, mit der der altkluge Typ mit der Harry-Potter-Brille die größte Oppositionsfraktion anging, regelrecht gefeiert: Amthor hat wieder mal »die AfD auseinandergenommen«.

In der grauen, ausgemerkelten Union reichte das schon, um zum Hoffnungsträger hochgejubelt zu werden. Der Landesvorsitz im Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern sollte der nächste Schritt werden – mit der Option, nächstes Jahr Spitzenkandidat und vielleicht sogar jüngster Ministerpräsident zu werden.

Aber jetzt hat sich der Senkrechtstarter erst mal selbst demontiert. Pils in Bauern- und Hafenkneipen in Meck-Pomm war ihm nicht genug, es sollte schon Champagner in Saint-Tropez sein. Möglich machte es eine obskure amerikanische »Irgendwas-mit-KI«-Firma namens »Augustus Intelligence«, für die Amthor eifrig Lobbyarbeit machte, Kontakte zu Wirtschaftsminister Peter Altmaier und CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer herstellte. Die spendablen US-Freunde waren angetan.

Doch dann platzte die Bombe. Amthor hat von den Amis nicht nur einen Direktorenposten und Luxusausflüge bekommen, sondern auch Aktienoptionen, mit denen er von den Erfolgen seiner politischen Lobbyarbeit persönlich profitiert hätte. Und von einer dubiosen Wirtschaftskanzlei, die mit er US-Firma in Verbindung steht, kassierte er auch noch ein Zusatzsalär. Das stinkt zum Himmel.

Die CDU klammert sich trotzdem noch an ihren gefallenen Naseweis. Er sei eben »noch jung«, da treffe man »im Überschwang« schon mal falsche Entscheidungen, beschwichtigt Unionsfraktionsvize Johann Wadephul.

Von wegen: Wer Mitte zwanzig als Berufsanfänger gleich mit fünfstelligen Bundestagsdiäten einsteigt und trotzdem noch alles mitnehmen will, was sich anbietet, der ist nicht jung und unbedarft, sondern einfach nur maßlos und gierig. Altparteien-Korruption kennt keine Altersuntergrenze. Wer CDU wählt, egal wo und wen, der weiß, was er bekommt.

Volkserziehungsaktivist Frank-Walter Steinmeier

Einmal Agitator, immer Agitator. Als Student schrieb Frank-Walter Steinmeier für eine DKP-nahe, von der »DDR« finanzierte und vom Verfassungsschutz beobachtete Betonkommunisten-Zeitschrift. Als Bundespräsident, zum Abschluss seiner steilen SPD-Kader-Karriere im Schloss Bellevue angekommen, redet er immer noch wie ein K-Gruppen-Aktivist mit der Mission, der dummen Masse die einzig wahre und zulässige Parteihymne einzuhämmern.

Es reiche nicht, kein »Rassist« zu sein, »wir müssen Antirassisten sein«, dekretierte Steinmeier in einer als »Gesprächsrunde« deklarierten Agitprop-Veranstaltung in seinem Ansitz. So, wie totalitäre Demagogen immer schon agitiert haben: Wer nicht aktiv für die Ideologie der Herrschenden eintritt, der ist dagegen, ist ein Feind.

Wenn Politiker »wir« sagen, weiß man schon: In Wahrheit wollen sie, dass die Bürger nach ihrer Pfeife tanzen. In diesem Ton geht es weiter: »Selbstkritik, Selbstüberprüfung« fordert Steinmeier im Ton eines kommunistischen Parteisekretärs ein. »Antirassismus muss gelernt, geübt, vor allen Dingen aber gelebt werden.«

Mit anderen Worten: Der Bundespräsident hält die Bürger für verkappte Rassisten, für dumme, unmündige Untertanen, die von ihm erleuchtet und umerzogen werden müssen. So redet kein Demokrat, kein Präsident mit Respekt vor den Bürgern, so redet ein ewiger Aktivist und Volkserzieher. Frank-Walter Steinmeier ist der Präsident einer politischen Klasse, aber nicht der Präsident aller Deutschen.

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