Die drei Vollpfosten der Woche:

Herbert Diess (VW), Julian Reichelt (BILD), Saskia Esken (SPD)

Masochistischer Konzernlenker: Volkswagenchef Herbert Diess

Ist Herbert Diess, der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, nun eigentlich Chef eines gewinnorientierten Industriekonzerns oder Politikbeamter? Man weiß es nicht so recht. Bei öffentlichen Auftritten und in Interviews hört er sich eher an wie ein Regierungssprecher: »Ich glaube, dass die Politik der Bundesregierung, insbesondere der Kanzlerin, absolut richtig ist«, sagte er eben erst dem Medienunternehmer Gabor Steingart über das Corona-Krisenchaos.

Erst die Pandemie über Wochen und Monate ignorieren und dann die deutsche Wirtschaft mit Karacho an die Wand fahren – »absolut richtig«? Merkel-Fan Diess lässt sich in seiner Verehrung durch nichts erschüttern: »Ich bin ehrlich gesagt froh, dass wir eine Naturwissenschaftlerin als Bundeskanzlerin haben, die die Themen wirklich durchdrungen hat und die Richtung vorgibt. Ich bin froh, dass wir da nicht irgendeinen Populisten oder Clown sitzen haben, der uns vorgaukelt, wie schön die Welt sein kann.« Kühne Aussage, wenn die »Naturwissenschaftlerin« redet wie eine Kindergartentante, die Richtung alle paar Tage wechselt und die GroKo ganz offensichtlich noch immer keinen Plan hat, wie sie da wieder herauskommt.

Diess legt sogar noch einen drauf: Auch die von den Südländern geforderten »Eurobonds« zur rechtswidrigen Vergemeinschaftung der europäischen Staatsschulden findet der VW-Chef ganz gut. Dass Sparer, Rentner und die Mittelschicht – auch Zehntausende VW-Mitarbeiter gehören dazu – darüber kalt enteignet werden, ist ihm offensichtlich egal. Vielleicht sieht er die Zukunft von Volkswagen ja als Finanzkonzern und nicht mehr in der Automobilproduktion.

Als Merkel-Jubelperser ist Diess nämlich Wiederholungstäter. Vor einem Jahr schon gab er den Ober-»Klimaschützer«, forderte schnelle »Energiewende« und »Kohleausstieg« und versprach, VW werde ganz auf Elektromobilität setzen. Die solle jetzt durchgesetzt werden, ob es sinnvolle Alternativen zu Elektroautos gibt, interessiert ihn nicht. Auch wenn ihm als Konzernchef nicht entgangen sein dürfte, dass die kaum ein Kunde haben will und brauchen kann.

Fragt sich nur: Spekuliert Herbert Diess darauf, beim Verteilen von Staatshilfen als erster bedacht zu werden, wenn er der Kanzlerin besonders eifrig lobhudelt? Oder ist er doch nur ein Masochist, der – um seiner Herrin zu gefallen, – den Ast absägt, auf dem Europas größter Autokonzern sitzt?

 

Devoter Hofjournalist: ›Bild‹-Chefredakteur Julian Reichelt

Wenn es gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin oder den syrischen Präsidenten Assad geht, dann ist ›Bild‹-Chefredakteur Julian Reichelt der größte Eisenfresser, den man sich vorstellen kann: Da schäumt er vor Wut, rasselt mit dem Säbel, ruft nach Militärintervention und Krieg, notfalls auch mit Russland. Er selbst bleibt natürlich an der Schreibtischfront.

So sehr sich der Chef des arg geschrumpften, aber immer noch größten deutschen Boulevardblatts in fremde Regierungen verbeißen kann, so zahm ist er mit der eigenen. Da möchte er verzweifelt bewundern und verehren. Notfalls selbst den Merkel-Adlatus Armin Laschet, der sich mit einer falsch aufgesetzten Schutzmaske zum Affen gemacht hatte und daraufhin in einem Video zeigte, dass er es immer noch nicht kann: für Reichelt eine »großartige Reaktion«.

Da fordert sein Blatt dann auf der ersten Seite als erste und wichtigste Forderung eines »Zehn-Punkte-Plans« gegen die Corona-Pandemie, Kanzlerin Merkel müsse »jeden Tag« zum Volk sprechen. Wie Churchill, der sein Volk in schweren Zeiten auch auf Blut, Schweiß und Tränen eingestimmt hatte.

Jeden Tag! Dem Mann graust vor nichts. Und dann auch noch das unsägliche Merkel-Gestammel in peinlich schlechtem Deutsch mit den wortgewaltigen Reden des brillanten Rhetorikers Winston Churchill zu vergleichen: Dazu gehört schon einiges an propagandistischer Skrupellosigkeit, vom staatsmännischen Ärmelkanal, der zwischen den beiden liegt, mal ganz zu schweigen.

An Skrupellosigkeit hat es Julian Reichelt allerdings noch nie gefehlt. Als ›Bild‹-Online-Chef war er der glühendste Verfechter der »Refugees welcome«-Kampagne seines Chefs Kai Diekmann und putzte jede Kritik daran mit der Moralkeule herunter. Kaum saß er auf Diekmanns Sessel, hat er die Kampagne, die die Auflage der Zeitung im Sturzflug nach unten geschickt hatte, stillschweigend beerdigt.

Plötzlich war auch Merkel-Kritisches wieder in der ›Bild‹-Zeitung zu lesen. Bis das Coronavirus kam. Jetzt wirbt Reichelts Kollege Ralf Schuler sogar für eine fünfte Amtszeit von Kanzlerin Merkel. Wegen Corona. Und weil sie ja so eine großartige Krisenmanagerin ist. Als hätte die Corona-Krise nicht schon genug Schaden angerichtet. Der ›Bild‹-Zeitung und ihrem Chefredakteur Julian Reichelt graust wirklich vor nichts.

 

Sadistische Steinzeitsozialistin: SPD-Obergouvernante Saskia Esken

Wenn das so weitergeht, bekommt die ehemalige stellvertretende Vorsitzende des baden-württembergischen Landeselternbeirats und derzeitige Co-Vorsitzende der SPD noch einen Stammplatz in unserer »Vollpfosten«-Galerie. Sie hat sich schon wieder qualifiziert mit einem tiefen Griff in die sozialistische Mottenkiste, ihren einzigen Ideenlieferanten: Zur Bewältigung der Corona-Krise soll eine »Vermögensabgabe« die Staatskassen noch praller füllen.

Man kennt diesen Reflex von anderen Steinzeitsozialisten: Egal, wie das Problem heißt, es müssen irgendwelche »Reichen« gefunden und enteignet werden. Bei der SED-PDS-»Linken« jagt ja auch eine Konfiskationsidee die andere. Neue Steuern sind des Sozialisten größtes Glück – dass Frau Eskens Vermögensabgabe »einmalig« bleiben würde, glaubt nicht mal der rote Weihnachtsmann. Das einzige, was die Sozis vom Geld verstehen, ist, dass sie es von anderen Leuten haben wollen, wusste schon Konrad Adenauer.

Im Fall Corona ist der Plan allerdings besonders absurd. Schließlich braucht der Staat jetzt vor allem Geld, um Unternehmen, denen er von heute auf morgen die Geschäftstätigkeit untersagt hat, vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Und Frau Esken will sich das Geld ausgerechnet von diesen gebeutelten Unternehmen holen – sehr viele »Reiche« haben ihr Vermögen bekanntlich in Betrieben stecken, die anderen Leuten Arbeit geben – die sowieso schon ums Überleben kämpfen.

Erst strangulieren, dann »retten« – das ist sozialistischer Sadismus vom Feinsten. Und Bundesfinanzminister Olaf Scholz, auch SPD, sagt nicht einfach »Blödsinn, nein!«, sondern antwortet zweideutig und ausweichend. Wer solche Leute immer noch wählt – viele tun es ja nicht mehr –, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

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