Das war diesmal nichts mit der Multikulti-Fußball-Party und mit schwitzigen Kabinenfotos der Kanzlerin Seite an Seite mit Özil, Khedira & Co. Eben noch hatten die medialen Lobhudler uns eingehämmert, dass man nur bunt und divers erfolgreich sein kann, da war Jogi Löws politkorrekt aufgestellte Truppe gelangweilter Millionäre auch schon in der WM-Vorrunde als Gruppenletzter rausgeflogen.

Und dann das: Ausgerechnet die kroatische Nationalmannschaft, in der zwar jede Menge im Ausland geborene Kroaten spielen, aber kein einziger eingebürgerter Immigrant, schafft es mit Kampfgeist, Kameradschaft und Können bis ins WM-Finale. Zwar haben am Ende, mit freundlicher Unterstützung des Schiedsrichters, die afrikanisch-arabisch angereicherten Franzosen gewonnen. Denen haben allerdings in der Heimat bunte Plünderer, Randalierer und Autoabfackler die Siegesparty ganz schön versaut; praktisch die gesamte französische Polizeimacht musste zum Bürgerkriegseinsatz antreten, statt Finale zu feiern.

Friedlich und monokulturell-langweilig ging es dagegen in Kroatien und seiner Hauptstadt Zagreb zu, wo praktisch das ganze Land in Nationalfarben getaucht seine heimkehrenden Helden feierte. Aber unsere Mediengouvernanten wären ihr Geld nicht wert, wenn sie nicht entdeckt hätten, dass dort die wahre Gefahr lauert: Schlimm, dieser kroatische »Nationalismus«, raunt es allenthalben, besonders penetrant bei den Online-Redaktionen von ›Focus‹ und ›Spiegel‹.

Muss ja auch schwer erträglich sein für bundesrepublikanische Antifa-Spaßbremsen, was diese Kroaten sich in ihrer nationalen Begeisterung so erlauben. Patriotische Gesänge in der eigenen Sprache, die jeder kennt; Luka Modrić, Spielführer und bester Spieler des Turniers, heizt den Fans, schon heiser gesungen, mit »Mutter Kroatien, rufe nur, wir geben unser Leben für dich« ein.

Und dann holt Modrić auch noch Marko Perković auf den Mannschaftsbus, den unter seinem Kampfnamen aus dem Unabhängigkeitskrieg, »Thompson«, bekannten patriotischen Volksrocker, bei dem hiesige Linksgrüne regelmäßig Schnappatmung bekommen. Sogar in der Mannschaftskabine singen sie – »Für die Heimat, Brüder, für die Freiheit kämpfen wir« –, und die Staatspräsidentin, ganz in weiß-roten Schachbrett-Nationalfarben und auch sonst erfreulicher anzusehen als Jogi Löws Kabinen-Dauergast, singt und feiert auch noch mit ihren Spielern.

Sie wollen sich einfach nicht schämen, diese Kroaten, die stolz sind auf ihr tapferes kleines Land, das erst vor einem guten Vierteljahrhundert seine Unabhängigkeit erkämpft hat und es diesmal den großen Fußballnationen aber so richtig gezeigt hat. Macht Spaß, ist aber für Deutsche verboten, deren verkniffene Regierungschefin die Nationalfarben lieber einsammelt als hochhält. Die Aufpasser von ›Focus online‹ reiben uns das bei jeder Gelegenheit rein und haben sich damit ihre »Goldene Hoftrompete« wacker verdient.

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