Die Goldene Hoftrompete für den Monat Oktober geht an:

Sabine Henkel vom ›WDR‹ für die wackere Verteidigung ihrer Kanzlerin

Wenn ›Tagesschau‹ und ›Tagesthemen‹ einen Beitrag als »Kommentar« ankündigen, weiß der kundige Zuschauer sofort: Da gibt es nicht nur die übliche Tendenzberichterstattung, da kommt einer von den Oberbonzen persönlich und bleut uns seine Botschaft mit dem Holzhammer ein.

Grundsätzlich gibt es zwei Sorten von ›ARD‹-Kommentaren – die einen trommeln für die Grünen und ihre Forderungen, die anderen preisen Merkels linksgrüne Politik und nehmen sie vor Kritikern in Schutz. Sabine Henkel vom WDR hat jetzt einen von der zweiten Sorte abgeliefert und dabei so aufgedreht, dass sie dafür die langverdiente »Goldene Hoftrompete« einfach bekommen muss.

Der böse Merkel-Feind, den sie sich diesmal vorgeknöpft hat, ist kein Geringerer als Friedrich Merz. Der hat es doch tatsächlich gewagt zu behaupten, der steile Niedergang der CDU in den letzten Jahren hätte irgendetwas mit dem »grottenschlechten« Erscheinungsbild der Regierung zu tun, sprich mit Merkels Politik und der von ihr installierten dauerüberforderten aktuellen Parteivorsitzenden und Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (»AKK«).

»Niederträchtig« findet die in gerechtem Zorn empörte Frau Henkel das. Wie kann er es wagen, »dieser Westfale« – auch das spricht wohl gegen ihn –, dieser »Möchte-Gern-Kanzler« in all seiner »verletzten Eitelkeit«. Der hätte seine Kritik doch auch »intern« äußern können, sorgt sich die wackere ›WDR‹-Dame um die innere Balance der CDU.

Aber Merz habe ja nur sein »Comeback« im Kopf, weiß die Leiterin des ›WDR‹-Büros im ›ARD-Hauptstadtstudio ganz genau, nachdem er zweimal – vor 17 Jahren von Merkel als Fraktionsvorsitzender und jetzt von »AKK« als Parteichefin – ausgebootet worden ist. Der will doch nur Merkel stürzen und Kramp-Karrenbauer gleich mit, und da versteht die treue Prätorianerin vom Regierungsfunk überhaupt keinen Spaß.

Der hat ja nur seinen »Machtanspruch« im Kopf, ohne Rücksicht auf das »Wohl der Partei«, macht die Regierungsfunkerin sich schwere Gedanken um selbiges. Wo doch jeder weiß, dass Merkel und ihre Knappen sich nur aus lauter Selbstlosigkeit so lange an der Macht gehalten und alle Konkurrenten weggebissen haben. So wie dieser Roland Koch, der jetzt in dieselbe Kerbe haut, und dann kommt auch noch JU-Chef Tilman Kuban daher, und überhaupt all diese »Konservativen« – es ist ein Graus, eine regelrechte Verschwörung.

Da muss doch mal wer auf den Tisch hauen, und Sabine Henkel übernimmt das: Der Merz solle doch »einfach mal die Klappe halten«. Basta. Die Prätorianergarde vom Regierungsfernsehen ist nämlich nicht allein, wenn es gilt, ihre Kanzlerin mit Klauen und Zähnen zu verteidigen.

Es gibt ja auch noch die Grünen, Renate Künast, Konstantin von Notz und wie sie alle heißen, die sich für Frau Merkel in die Bresche werfen, nicht zu vergessen den CDU-Vorzeigelinken Ruprecht Polenz und Merkel-Boy Daniel Günther aus Kiel, den Erfinder der schwarz-kommunistischen Koalitionsoption, der im schönsten Grünlinken-Jargon giftig über diese »alten weißen Männer« herzieht. Er selbst wird ja erst später zu dieser Gruppe gehören.

Ja, ein echter deutscher Untertan steht treu zu seiner Obrigkeit und mag keine Auswechselungen, auch wenn das eigentlich in einer Demokratie normalerweise so dazugehört. Und diese Obrigkeit soll sich endlich um die »wirklichen Probleme« des Landes kümmern, die sie selbst definiert hat, den »Rechtsextremismus« und den »Klimawandel« nämlich – Merkels Willkommensputsch und das Migrationschaos gehören selbstverständlich nicht dazu.

Merkels Garde kämpft derweil bis zum letzten Kommentar dafür, dass ihre Anführerin so weitermachen kann. Solange noch ein Regierungsfunker in die Hoftrompete tuten kann, wird Merkel auch nicht weichen. Und Sabine Henkel tutet immer noch besonders laut und lange.

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