Eigentlich fällt Margarete Stokowski im Stall der ›Spiegel Online‹-Kolumnisten gar nicht besonders auf. Zwar gehört sie mit ge­rade mal 32 Jahren eher zur Generation der Töchter typischer Spiegel-­Leserinnen; aber den schlechtgelaunten Dauernörgelton, den man in diesen Kreisen schätzt, den hat sie perfekt drauf. Geboren ist sie in Zabrze in Oberschlesien, das wahrscheinlich schon eine öde Industriestadt war, als es noch Hindenburg hieß. Die graue Grundstimmung hat sie wohl schon von dort nach Berlin mitgebracht.

Stokowskis Repertoire ist übersichtlich. Frauen sind immer noch und überall unterdrückt, benachteiligt und verkannt. Das ist so, weil Feministinnen wie Stokowski das glauben, und wer etwas anderes glaubt, ist selbst ein Chauvi-­Schwein. Leute mit ausländischem Namen und Aussehen trauen sich ihrer Meinung nach nicht mal im Zug auf Durchreise nach Sachsen, in das finstere Rassistenloch.

Und Muttis Liebling, der beleidigt aus der Löw-»Mannschaft« abgedampfte Fußball-Millionär Mesut Özil, sei selbstverständlich das Opfer übler deutscher Alltagsrassisten; wer daran zweifelt und womöglich sogar »wir Deutsche« sagt, ist selber einer.

Alle paar Jahre bindet Margarete Stokowski eine Auswahl ihrer Kolumnen, die sie erst für die ›taz‹ geschrieben hat und jetzt für ›Spiegel online‹, zwischen zwei Buchdeckel, schreibt was Modisch-Griffiges wie »Die letzten Tage des Patriarchats« drüber und kriegt dafür ordentlich Feuilleton-Applaus.

Dem weißen Mann im Allgemeinen und der deutschen Kartoffel im Besonderen immer schön ein schlechtes Gewissen machen – alles Nazis und Sexisten, außer meine Gemeinde und ich: Mit dieser Masche trägt die polnische Schreiberin schon ihren Teil zur Festigung des Systems Merkel bei.

Vor allem aber zeichnet sich Margarete Stokowski durch eifrigen »Antifaschismus« aus.

»Es kann gar nicht genug Antifa geben«, heißt einer ihrer letzten flammenden Appelle.

Wenn »Rechtsextreme aufmarschieren« – also: wenn Bürger gegen die Regierung und ihre Asylpolitik demonstrieren –, muss sie ja schließlich jemand »blockieren«. Dabei darf es ruhig auch mal rustikal, ja »radikal« zugehen.

Und als die AfD vor einem Jahr in den Bundestag einzog, forderte die Genossin Stokowski: »Antifaschismus muss Alltag werden«. Nein, nein, zwinkert sie, das ist natürlich kein Aufruf zur Gewalt, man solle den Bösen da nur gehörig »auf die Nerven gehen«. Die Merkeljugend von der Antifa wird schon wissen, was sie daraus zu machen hat. Und für ihre Lobsängerin gibt es einen ordentlichen Tusch aus der Goldenen Hoftrompete.

Drucken