Komiker, die sich von den Herrschenden bezahlen lassen, um ihre Brötchengeber mit Späßen auf Kosten anderer aufzumuntern, nennt man gemeinhin Hofnarren. Die wenigsten trauen sich, ihre Narrenfreiheit zu nutzen, um den Mächtigen selbst den Spiegel vorzuhalten. Wer sich bevorzugt an den Feinden des Hofes abarbeitet, hat die Lacher des Brötchengebers sicher und riskiert nicht in Un­gnade zu fallen, ist dafür allerdings auch nicht wirklich komisch.

Unter all den Hofnarren, die sich die politische Klasse im zwangsgebührenfinanzierten Staatsfernsehen so hält, ist Oliver Welke mit seiner »heute show« wohl so ziemlich der unlustigste. Die erste Sendung nach der Bundestagswahl treibt seine plumpe Masche auf die Spitze: Ein paar matte, harmlose Scherze über Mutti Merkel und ihre früheren und künftigen Koalitionspartner – man weiß ja, welche Hand einen füttert –, aber volles Rohr und immer schön unter die Gürtellinie gegen AfD und Donald Trump, da weiß er genau, dass die Etablierten den auch nicht mögen.

Keine »Nazi«-Anspielung ist Welke und seiner Truppe zu primitiv, wenn’s gegen die AfD geht. Deren Wähler sind ja sowieso alle »Idioten«. Und klar, nicht der in zwölf Merkeljahren angehäufte Mist ist das Problem, sondern dass die AfD deswegen jetzt auch im Bundestag sitzt. Schuld daran sind Facebook, Twitter und überhaupt alle in den Medien, die noch über die Asylkrise reden, obwohl Mutti das doch gar nicht mag, rasselt Welke mit seinem Hofnarren-Kollegen von NDR-›extra 3‹ herunter. Und die doofen Wähler, natürlich nur die von der AfD. Die haben versagt, nicht das Parteien-Establishment, also wird auf denen ordentlich rumgehackt.

Brav apportiert, Olli. Zur Belohnung gibts auch ein paar Leckerli – und natürlich die schon lang verdiente Goldene Hoftrompete.

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