In dieser Dünenlandschaft, eine der schönsten Europas, hausten bis vor kurzem noch tausende »Flüchtlinge« in Bretterbuden und Zelten. Jetzt hat sich die Natur den einst als »Dschungel« berüchtigten Küstenabschnitt im französischen Calais zurückerobert. Aus der Riesenschlamm-Mulde wurde wieder eine Dünenlandschaft, in der Gräser, Strandhafer, Stranddisteln, Sanddorn, Holunder und Liguster gedeihen. Und auch die früheren Einwohner sind in das anfällige Biotop, das der salzigen Meeresluft und den
Gezeiten trotzt, zurückgekehrt: Wildtiere und Zugvögel erfreuen sich ihres Lebens in dem Küstenabschnitt, der ihnen von Migranten jahrelang geraubt worden war. Die französischen Behörden, die den »Dschungel« Anfang dieses Jahres räumten und großflächig von Unrat und Fäkalien säuberten sowie rekultivierten, stellten das Gebiet unter Naturschutz – und vorsorglich auch unter Polizeischutz. In der umzäunten Dünenlandschaft befindet sich eine Vogelwarte, so wie früher. Die Strandpromenade, auf der jetzt Polizeistreifen patrouillieren, wurde erneuert. In dem »Dschungel«-Camp hofften Migranten vornehmlich schwarzafrikanischer Provenienz vergeblich auf eine Weiterreise nach Großbritannien. Die »Flüchtlinge« sind an andere Abschnitte am Ärmelkanal weitergezogen.

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