Von wegen Politikverdrossenheit! Wahlforscher rechnen bei der Landtagswahl am 14. Oktober mit einer sehr hohen Beteiligung. Ein Grund dafür ist, dass immer mehr Wähler im Freistaat von der Briefwahl Gebrauch machen. Heuer erwarten Wahlforscher, dass bereits jeder dritte bis vierte der rd. 9,5 Millionen Wahlberechtigten in Bayern seine beiden Kreuze »dahoam« statt im Wahllokal macht. Tatsächlich steigt die Zahl der Briefwähler seit Jahren bundesweit an. Und: Die meisten Briefwähler gibt es in Bayern! Bei der Bundestagswahl 2017 nutzten sogar 37 Prozent aller Wähler im Freistaat, also sogar mehr als jeder Dritte, die Möglichkeit der Briefwahl. Bis 2012 musste allerdings noch gut begründet werden, warum man zur Landtagswahl nicht persönlich im Wahllokal erscheinen konnte (z.B. Behinderung, Krankheit, Urlaub). Darauf wurde schließlich verzichtet, weil ohnehin kaum kontrolliert wurde, ob die jeweilige Begründung auch stimmte. Außerdem erkannte auch der bayerische Gesetzgeber, dass immer weniger Menschen bereit sind, ihre individuelle Lebensgestaltung einzuschänken, um an den Urnen zu erscheinen.

Drucken