Die Behörden auf Sizilien haben die Beschlagnahmung des sogenannten Rettungsschiffs »Aquarius« angeordnet. Gegen die Betreiber des Schlepperdampfers wird wegen illegaler Entsorgung von Abfällen ermittelt, hieß es in einer Erklärung der Staatsanwaltschaft Catania. Das Rettungsschiff soll jahrelang medizinische und andere kritische Abfälle nicht fachgerecht entsorgt haben.

Laut Staatsanwaltschaft haben 24 Verdächtige »systematisch ein Projekt zur illegalen Beseitigung einer großen Menge gefährlicher Abfälle mit infektiösem Risiko« geplant und durchgeführt. Dabei handele es sich um Rückstände aus der Versorgung von Migranten.

Die »Aquarius« liegt derzeit im Hafen von Marseille (Südfrankreich), nachdem Panama dem Schlepperdampfer die Registrierung der Flagge entzogen hatte. Der italienische Innenminister Matteo Salvini (Lega) bewertet die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Catania als Bestätigung für seine Entscheidung, die italienischen Häfen für sogenannte Rettungsschiffe zu schließen. Man habe nicht nur den Handel mit Migranten unterbunden, sondern auch den Handel mit Müll, hieß es in einer Mitteilung von Salvinis Büro.

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