Die heilige Greta der Klima-Panik:

Relotius-Pokal für die ›FAS‹ und die Legende vom sichtbaren Kohlendioxid

Sie kann übers Wasser wandeln, Pistolenkugeln mit den Zähnen fangen und äußerlich erwachsene Politiker und Journalisten in verzückte Teenie-Groupies verwandeln, die ergeben an ihren Lippen hängen, selbst wenn sie noch so simple Banalitäten von sich gibt. Welches Wunder hätte man der heiligen Greta, der Prophetin der Klima-Panik, wohl noch nicht zugeschrieben?

Ein leibhaftiger Bischof, der Berliner Oberhirte nämlich von der alten Kirche, die ihren Spitzenplatz bei der Unmündigmachung der Massen demnächst an die Kirche vom Glauben an die menschengemachte globale Erwärmung abgeben darf, hat sie in vorösterlicher Freudenaufwallung sogar neben Jesus auf den Esel gesetzt und die allfreitäglichen Schulschwänzer-Demos mit dem Einzug des Messias in Jerusalem verglichen.

Hosianna! Da wollte die ›Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung‹ (FAS) natürlich nicht abseits stehen und verbreitete flugs zu den schon kursierenden noch eine weitere Heiligenlegende: Greta, zitiert das früher einmal seriös-konservative Nachrichtenblatt aus der von ihrer Familie höchstselbst veröffentlichten Heiligenvita, könne das sehen, »was wir anderen nicht sehen wollen«; sie »gehört zu den wenigen, die unsere Kohlendioxide mit bloßem Auge erkennen können. Sie sieht, wie die Treibhausgase aus unseren Schornsteinen strömen, mit dem Wind in den Himmel steigen und die Atmosphäre in eine gigantische unsichtbare Müllhalde verwandeln«.

Potz Blitz, mag da ein wissenschaftsgläubiger Ketzer einwerfen: Kohlendioxid ist doch ein farb- und geruchloses Gas, und noch dazu in verschwindend winzigen Mengen in der Atmosphäre vorhanden, wie kann ein Sterblicher es da sehen? Und gibt es wirklich mehrere »Kohlendioxide«, oder nicht doch nur ein einziges, das aber in unzählig vielen Molekülen?

Aber wer wird schon auf solche Kleingläubigen hören. Als ob die heilige Greta eine gewöhnliche Sterbliche wäre! Die sollen froh sein, wenn sie nicht gleich am nächsten Windrad gekreuzigt werden, diese Ungläubigen, die nach Fakten fragen, wo es doch auf den Glauben daran ankommt, mit Menschenwerk die Erdtemperatur der nächsten fünfzig oder hundert Jahre beeinflussen zu können.

Deswegen fragen wir auch lieber nicht, ob es vielleicht am Ende eher Eitelkeit, Größenwahn und Geschäftstüchtigkeit sind, die Gretas Eltern veranlasst haben mögen, die diversen Befindlichkeiten ihrer Tochter in einem Buch auszubreiten und uns mitzuteilen, was wir lieber gar nicht wissen wollen, etwa dass Greta über zwei Stunden und mehrere TV-Serienfolgen braucht, um fünf Gnocchi zu essen.

Wundersamerweise war dieses Buch genau zum Beginn von Gretas »Schulstreiks« in Schweden erschienen und kommt nun gerade jetzt auf den deutschen Markt, da der Greta-Kult auch hierzulande seinem Höhepunkt zustrebt, die Nachahmer ihrer Schulschwänz-Bewegung die Straßen bevölkern und die Prophetin höchstselbst schon eingeschwebt gekommen ist, um ihre Jünger in ihrem Tun zu bekräftigen.

Es geht ja um ein höheres Ziel. Um wenn schon nicht die Welt zu retten, so doch die Kassen der Klimakirche und der ihr ergebenen Politiker zu füllen, soll nämlich eine »CO2-Steuer« her. Eine Steuer auf Luft, ein moderner Ablassbrief sozusagen: Sobald der CO2-Heller im Kasten klingt, die Seele aus dem Klimafegefeuer springt.

Vor lauter Greta-Begeisterung sollen die Gläubigen nämlich idealerweise gar nicht merken, dass der Staat, der ohnehin schon auf Rekordeinnahmen sitzt, ihnen doch wieder nur eine ganz gewöhnliche Steuer untergejubelt hat, obwohl doch alle hoch und heilig versprochen hatten, keine neuen Steuern einzuführen oder vorhandene zu erhöhen.

Aber für die Rettung der Welt kann man schon mal fünfe grade sein lassen und fromme Märchen unkritisch nachdrucken, wenn es denn der guten Sache dient. Als kleine Anerkennung für ihre willige Mitwirkung hat sich die ›FAS‹ den Relotius-Pokal mehr als verdient.

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