Die Mut-Ministerin

Als ob Deutschland unter der Masseneinwanderungskanzlerin Angela Merkel nicht genug erdulden müsste: Jetzt wird auch noch der saarländische Westentaschen-Napoleon Heiko Maas Außenminister. »Da kann Maas wenigstens auch international gegen ›Hasskommentare‹ vorgehen«, schrieb mir ein Freund augenzwinkernd, nachdem die absurde Nachricht über die Monitore flackerte. Dass der Parade-Opportunist aus der SPD-Karriereschmiede sich auch noch in die Digital-Politik anderer Staaten einmischt, wäre dem Schöpfer des stark umstrittenen »Netzwerkdurchsetzungsgesetzes« zuzutrauen! Inwiefern letztere, mehr als zweifelhafte »Errungenschaft« Maas freilich für den Posten des deutschen Außenministers geeignet erscheinen lässt, bleibt offen.

De facto hat der studierte Jurist und beinahe lebenslange Parteipolitiker keine nennenswerte außenpolitische Erfahrung vorzuweisen.

Österreich hat es da weitaus besser getroffen: Mit der renommierten Nahost-Expertin und parteilosen Polit-Einsteigerin Dr. Karin Kneissl glänzt die Alpenrepublik auf der internationalen Bühne.
Die bekennende Konservative spricht sieben Sprachen fließend und hat bereits in den 1990er-Jahren im Kabinett des ehemaligen ÖVP-Außenministers Alois Mock Erfahrung gesammelt.

Während der illegalen Masseneinwanderung 2015 warnte sie eindringlich vor »testosterongesteuerten« jungen Männern – die dann auch in Scharen nach Mitteleuropa kamen.

Vor allem die Europa spaltende Asylpolitik Merkels wurde seitens Kneissl mutig als »grob fahrlässig« charakterisiert, den umstrittenen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker nannte sie treffend einen »Brüsseler Cäsar« und »Zyniker der Macht«. Ich hatte selbst zweimal Gelegenheit, Kneissl vor dem Antritt ihres Ministeramts persönlich zu treffen und sie für den ›Wochenblick‹ ausführlich zu interviewen. »Mein Stehsatz seit einem Dreivierteljahr ist ›Ich mache mir persönlich viel mehr Sorgen um Europa als um den Nahen Osten‹«, warnte Kneissl damals eindringlich vor einem Bürgerkrieg innerhalb der Multikulti-EU. Als Außenministerin sucht sie jetzt, ganz anders als Merkel, die auf diplomatischer Ebene in der EU verbrannte Erde hinterließ, vermehrt den Kontakt zu osteuropäischen, einwanderungskritischen Staaten. So führte sie ihre erste Reise als Außenministerin in die Slowakei. Die Beziehungen zwischen Österreich und Ungarn haben sich unter Kneissl bereits etwas verbessert.

Von so einer mutigen und engagierten Außenministerin kann Deutschland – bis jetzt – nur träumen!


Johannes Schüller

ist Chefredakteur von wochenblick.at, dem Online-Portal der österreichischen Zeitung ›Wochenblick‹.

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