Die SPD braucht Geld – ›RTL‹ zahlt gut und sucht noch Kandidaten für die nächste Staffel

Drei ganz ausgezeichnete Dschungelkönige

Millionenkosten durch drei Parteitage und zwei Mitgliederbefragungen in nicht einmal zwei Jahren, dazu weniger Staatsknete und Mitgliederschwund. Die SPD braucht Geld. Wie wär’s mit einer Honorarspritze von ›RTL‹? Die groteske Bewerberliste für den Parteivorsitz ist ohnehin auf Ramsch-Niveau »Dschungelcamp« angekommen.

Die Gerüchteküche läuft auf Hochtouren: Alle Jahre wieder wartet der australische Busch auf neue »Opfer«. Auch 2020 heißt es auf ›RTL‹ wieder »Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!« Jan Ullrich, die tief gefallene Ex-Radsport-Ikone ist im Gespräch – laut Medien für eine »Riesensumme«.

Bei der SPD-Castingshow heißt es derweil: »Ich bin kein Star – Holt mich hier rein!« Mit Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz, der nun mit Klara Geywitz aus Brandenburg ebenfalls eine Mitstreiterin gefunden hat, haben sich bislang sieben Teams und zwei Einzelbewerber (Irrtum vorbehalten) für den Parteivorsitz beworben. Die Frist für weitere Anmeldungen endet am 31. August.

Auch Olaf Scholz hat seine Traumpartnerin gefunden. Er tritt mit der »weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten« SPD-Politikerin Klara Geywitz aus Brandenburg an

Genossen sind klamm

Kopfzerbrechen bereitet SPD-Schatzmeister Dietmar Nietan der hohe Aufwand für das Verfahren bis zur Wahl der neuen Führung beim Parteitag Anfang Dezember. Die Genossen sind nämlich finanziell ausgeblutet. Es wird langsam eng, so angespannt wie derzeit war die finanzielle Lage noch nie. Der Grund: Seit 2018 verlor die strauchelnde Partei mehr als 37.000 (zahlende) Mitglieder.

Die Pleite bei der Bundestagswahl (20,5 Prozent) ist noch schmerzlicher. Weniger Wähler bedeuten weniger Staatsknete aus der Parteienfinanzierung. Seit dem Wahlsieg von Gerhard Schröder vor 21 Jahren (40,9 Prozent) ist der Anteil der SPD an den maßgeblichen Zweitstimmen um die Hälfte geschrumpft. Macht nach Adam Riese 1,6 Millionen Euro weniger staatliche Mittel pro Jahr, aufgeteilt auf Bundespartei und die Landesverbände.

Hinzu kommt: Auch die deutlich geringere Anzahl an Bundestagsabgeordneten schlägt sich im Etat der Partei nieder. Denn die Mandatsträger zahlen pro Monat eine freiwillige Sonderabgabe – kein unerheblicher Faktor.

SPD-Schaulaufen kostet 1,7 Millionen Euro

Laut SPD-Sprecher Philipp Geiger dürften sich die Ausgaben für Briefwahl (Mitgliederbefragung), Saalmieten und Reisekosten anlässlich des Parteitages Anfang Dezember auf 1,7 Millionen Euro summieren. Kein Pappenstiel, zumal es noch nicht lange her ist, dass eine ungefähr vierfache Millionensumme für das Prozedere bis zur Erneuerung der Großen Koalition (zwei Parteitage, Mitgliedervotum) ins Kontor des Berliner Willy-Brandt-Hauses schlug.

›RTL‹ zahlt Spitzengagen 

Da bebt der Dschungel: Die Kandidaten für den SPD-Vorsitz Karl Lauterbach, Ralf Stegner, Gesine Schwan (v.li.) würden die Zuschauerquote für das Dschungelcamp und den Kontostand der SPD nach oben treiben

Das Casting zur nächsten Staffel des ›RTL‹-Dschungelcamps (Start Anfang 2020) läuft. Gesine Schwan, Karl Lauterbach und/oder Ralf Stegner (er wäre ein ganz ausgezeichneter »Dschungelkönig«!) würden nicht nur die inzwischen desolate Zuschauerquote wieder nach oben treiben, sondern auch die Kontostände von SPD-Schatzmeister Nietan. Je nach B- oder C-Promifaktor zahlt ›RTL‹ für die Reise in den australischen Busch dem Vernehmen nach Honorare von 15.000 bis 200.000 Euro.

Ja, warum eigentlich nicht? In der Wahrnehmung der Wähler ist die einst große Traditionspartei SPD ohnehin schon auf Ramschniveau angekommen. (oys)

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