Die spitze Feder aus Österreich:

Freie Rede statt Maulkorb und Brandmarkung

Johannes Schüller

Einfach absurd: Wenngleich die Österreicher doch so einigen Wahnsinn vom großen Nachbarn gewöhnt sind, schien der jüngste Wirbel um eine private Geburtstagsfeier das Ausmaß des bisher Gekannten zu sprengen. Dass der banale 65. Geburtstag des renommierten Publizisten und ›Deutschland-Kurier‹-Kollegen Matthias Matussek den linkslinken Mainstream in Deutschland derart zum Schäumen brachte, wirkte grotesk. Irre genug, dass die bisher mental als recht kühl geltenden Hamburger der 16-jährigen Klima-Hysterikerin Greta Thunberg wie einer frühchristlichen Säulenheiligen gehuldigt hatten! Über soziale Medien verbreiteten sich auch die brandmarkenden Worte, die der zwangsgebührenfinanzierte Pausenclown Jan Böhmermann zur »Causa Matussek« an die ›Spiegel‹-Redaktion richtete, in Österreich. Dort ist Böhmermann noch in unguter Erinnerung: Im Februar pöbelte er bei seinem Auftritt in Wien besonders laut gegen die FPÖ und Innenminister Herbert Kickl. Dass sich ein Vertreter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks politisch derart einseitig äußert und zugleich eine private Geburtstagsfeier für Zensurforderungen sorgt, erinnert nicht wenige an finsterste Zeiten!

»Deutschland ist ein Irrenhaus. Könnte man die Bundesrepublik überdachen, wäre es eine geschlossene Anstalt«, hatte der Publizist Henryk M. Broder – ebenfalls in Wien – bei der ersten Veranstaltung des FPÖ-nahen Thinktanks »Denkwerk zukunftsreich« gepoltert. Damit dürfte er den Eindruck vieler Österreicher hinsichtlich der aktuellen Lage bei den »Piefkes« insgeheim bestätigt haben. Denn der Kontrast zur heimischen Situation fällt deutlich aus: Während die der Masseneinwanderungskanzlerin Angela Merkel Schützenhilfe leistenden »Antifa«-Fußtruppen oft Veranstaltungen in der Bundesrepublik stören dürfen, müssen sie sich in Österreich zähneknirschend dem Recht auf Meinungsfreiheit beugen. Da hilft auch das verzweifelte Zähnefletschen der linkslinken Mainstream-Presse nichts: Mit den neuen politischen Machtverhältnissen kehrt in Österreich wieder eine schrittweise Normalisierung des Meinungsklimas ein.

Johannes Schüller

ist Stellvertretender Chefredakteur der österreichischen Zeitung ›Wochenblick‹.

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