Die spitze Feder aus Österreich:

Journalismus statt Zwangsgebühren-Propaganda

Johannes Schüller

In der aufgedunsenen Filterblase der österreichischen Mainstream-Journalisten herrscht Aufregung: Der durch Zwangsgebühren angefütterte, eitle Pfau der etablierten Berichterstattung – der öffentlich-rechtliche ›ORF‹ – muss bald Federn lassen. Entsprechend groß ist das Wolfsgeheul auf dem Wiener Küniglberg! Dort, nicht weit vom Schloss Schönbrunn entfernt, hat das mächtige Sender-Konglomerat seinen Hauptsitz. Im nationalen Vergleich zu ›ARD‹ und ›ZDF‹ spielt der nicht nur im Logo deftig rot eingefärbte Großsender eine beinahe noch mächtigere Rolle: So hält er als Genossenschafter circa 45 Prozent der Anteile an der mit Abstand wichtigsten Nachrichtenagentur Österreichs – der ›Austria Presse Agentur‹. Es ist indes besonders die konservative FPÖ, die seit geraumer Zeit dem über Jahrzehnte zwischen ÖVP und SPÖ aufgeteilten ›ORF‹ politische Einseitigkeit vorwirft. Da ist durchaus etwas dran: Immer wieder zeigten Mitarbeiter des Senders – mal direkter, mal weniger direkt – öffentlich ihre Antipathien gegenüber den Freiheitlichen, aber auch gegenüber der schwarz-blauen Bundesregierung. Insbesondere in den sozialen Medien, wo die Redakteure dank ihrer ›ORF‹-Karriere über viele Fans verfügen, wird wahrlich nach Herzenslust ausgeteilt. Wohl zähneknirschend erließ Generaldirektor Alexander Wrabetz, einst Bundesvorsitzender des SPÖ-nahen »Verbandes Sozialistischer Student_innen in Österreich«, nun »ORF-Social-Media-Leitlinien« und pochte auf Objektivität. Die Zwangsgebühren selbst könnten indes laut Medien-Insidern noch vor der nächsten Nationalratswahl fallen! Der Macht der plumpen Paukenschläger im ›ORF‹, die die Gesellschaft in Österreich zunehmend spalten, wären somit klare Grenzen gesetzt.

In Deutschland sind freilich noch sehr viel mehr Schritte hin zu einem politisch ausgeglicheneren, fairen Journalismus im öffentlich-rechtlichen Rundfunk notwendig. Bis dahin sind es vor allem Alternativmedien wie der ›Wochenblick‹ oder der Deutschland Kurier, dank derer sich neugierige Leser noch nonkonform und unabhängig informieren können!

Johannes Schüller

ist Stellvertretender Chefredakteur der österreichischen Zeitung ›Wochenblick‹.

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