Tatort Deutschland: Gewaltverbrechen nehmen zu und nicht ab

Eine wunderbare Botschaft ereilte uns jüngst. »Stärkster Rückgang der Straftaten in Deutschland seit fast 25 Jahren«, so oder ähnlich lauteten die Überschriften der Printmedien oder die verbalen Botschaften unserer öffentlich- rechtlichen Sender aufgrund der jüngsten, informell verbreiteten Statistik des Bundeskriminalamtes.

Verdutzt stellt man fest, dass dieses Mirakel irgendwie im Alltag an einem vorbeigegangen ist.

Aber ich freue mich, dass Radfahrer etwas weniger um ihr Zweirad bangen müssen. Warum? Weil die meisten inzwischen dazu übergegangen sind, ihr Tretmobil effektiv zu sichern und es nicht einfach vertrauensvoll abzustellen, so wie es früher selbstverständlich war. Die Stiftung Warentest hat dankenswerterweise die effizientesten Schlösser herauskristallisiert.

Auch das eigene Heim ist offenkundig wieder sicherer geworden. Nicht nur, weil die Einbruchsbanden gezielter bekämpft worden sind, sondern insbesondere, weil zahllose Deutsche die eigenen vier Wände inzwischen besser sichern. Ein zweiter Einbruch in unser Haus ist letztlich nur deshalb gescheitert, weil wir zusätzlich eine Alarmanlage installiert hatten.

Das heißt, der Selbstschutz der Bürger hat deutlich zugenommen.

Hinzu kommt, dass Diebstähle häufig nicht mehr angezeigt oder gar aufgenommen werden. Dahinter steckt die Resignation, dass ohnehin nichts dabei herauskommt.

Vergewaltigungen, Körperverletzungen, Sexualdelikte, die Verbrechen, die die Bürger in den letzten Jahren zunehmend verunsichern und ängstigen, haben seit 2014 signifikant zugenommen.

Wurden 2014 insgesamt 180.955 Gewalttaten registriert, so ist im vorigen Jahr die Zahl auf 188.946 angestiegen.

Bei Mord und Totschlag lag der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen bei sage und schreibe zirka 35 Prozent, bei einem Bevölkerungsanteil von etwa 12 Prozent.

Diese Tatsachen sollen durch die Jubelüberschriften einer zurückgegangenen Kriminalität dem Bürger die nach wie vor beunruhigende Sicherheitslage vernebeln. Für wie dumm hält man denn sein eigenes Volk!


Erika Steinbach

war von 1990 bis 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. Die frühere Präsidentin des Bundes der Vertriebenen trat 2017 nach über 40-jähriger Mitgliedschaft aus Protest gegen Merkels Masseneinwanderungspolitik aus der CDU aus.

QUELLEBild: imago
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