Heute ist der Welt-Schuldenberg höher als vor der Finanzkrise 2008

An einem Sonntag – es war der 5. Oktober 2008 – traten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der damalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) eilig vor die Kameras: »Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Dafür steht die Bundesregierung ein.«

Die Beruhigungspille sollte einen Bankensturm verhindern. Der Zusammenbruch der US-Bank »Lehman Brothers« vor zehn Jahren erschütterte monatelang die Grundfesten des globalen Geldsystems. Die Folge war eine der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrisen seit dem Börsencrash 1929, der als »Schwarzer Freitag« in die Geschichte einging.

Die Zeche für die Krise 2008 zahlten und zahlen noch immer die deutschen Sparer mit der schleichenden Enteignung ihrer Ersparnisse durch die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und der De-facto-Verpfändung ihrer Einlagen für die Euro-Rettung.

Nach der Krise ist vor der Krise: Die Probleme sind nicht gelöst, sondern nur aufgeschoben. Das Schlimmste, so befürchten Experten, sei nicht überstanden, sondern stehe noch bevor.

Gab es in der vergangenen Woche schon ein Vorbeben? Wie aus heiterem Himmel brachen weltweit die Börsen ein. Steigende US-Zinsen, die Angst vor einem Handelskrieg, Zahlungsprobleme der Schwellenländer und ein drohender Staatsbankrott der Türkei führten zu Panikverkäufen der Anleger. Gold als Krisenschutz zog plötzlich wieder an.

Die Bilanz seit 2008: Laut den offiziellen Zahlen der Bundesregierung hat die Finanzkrise die Steuerzahler in Deutschland bisher mehr als 68 Milliarden Euro gekostet. In dieser Rechnung sind die faulen Kredite der tickenden Zeitbombe »Hypo Real Estate« und der dramatische Kursverlust der staatlichen Anteile an der »Commerzbank« nicht berücksichtigt. Noch immer ist die Rede von einzelnen angeblich »systemrelevanten« Banken, die es im Notfall zu retten gelte. Das ist Unsinn insoweit, als Banken überhaupt DAS System sind! Dank ihres billigen Geldes boomen die Aktien- und Immobilienmärkte. Abermals haben sich gigantische Blasen gebildet.

Die Weltwirtschaft steht kurz vor einem Finanzschock, warnt der Internationale Währungsfonds (IWF). Die Schuldenquote ist um 60 Prozent höher als im Krisenjahr 2008. Die weltweite Verschuldung (Öffentliche Hand, Wirtschaft, Verbraucher) hat die astronomische Summe von 182 Trillionen Dollar erreicht. Das ist eine Zahl mit 21 Nullen!

Um das Weltfinanzsystem vor der Gier der Banken zu schützen, hätten umfassende Reformen vorgenommen werden müssen. Doch genau das haben Regierungen und Regulierungsbehörden vieler Länder nicht getan, tadelt der IWF in seinem »Finanzstabilitätsbericht«. Es bestehe das Risiko einer »allgemeinen Panik«, die von einzelnen Sektoren des Finanzsystems ausgelöst werden könnte, betont die Organisation.Insider warnen deshalb: Die Frage ist nicht ob, sondern wann das globale Finanz- und Wirtschaftssystem kollabiert.

Hinzu kommen die Risiken der Eurokrise. Diese werden von der Bundesregierung nach dem Motto »Tricksen, Tarnen, Täuschen« systematisch verschleiert.

Vor allem südländische Banken sitzen auf einem Milliardenberg an faulen de facto überwiegend verlorenen Krediten. Insider schätzen die Summe auf rund 1.000 Milliarden Euro – fast dreimal mehr als der gesamte Bundeshaushalt! Wie Sparer und Steuerzahler hinter die Fichte geführt werden, zeigt das Beispiel der sogenannten Griechenland-­Rettung:

Allein aus diesen Rettungspaketen prognostiziert der Bund der Steuerzahler mögliche, wenn nicht sogar wahrscheinliche Verluste von mehr als 100 Milliarden Euro. Was die Bundesregierung gerne unterschlägt: Selbst wenn Griechenland eines Tages – genauer in 30 Jahren – seine Schulden bezahlt haben sollte, dann hat die zurückgezahlte Summe in Folge der Inflation einen deutlich geringeren Zeitwert als heute. Zinsen? Aber nicht doch! Die Bundesregierung hat die Spendierhosen an: Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will Griechenland schon mal drei Milliarden Euro Zinsgewinne aus Notkrediten zurückerstatten. Man könnte das auch Veruntreuung zu Lasten der deutschen Steuerzahler nennen.

Eine weitere Zeitbombe sind die »Target«-Forderungen der Deutschen Bundesbank. Die muss man sich so vorstellen: Jeden Abend kommen Gäste in die Kneipe und schreiben beim Wirt Bier und Korn an. Der Wirt reicht die Forderungen bei seiner Sparkasse ein und bekommt anstandslos sein Geld. Platzen die Schuldscheine, dann hat nicht der Wirt ein Problem, sondern die Bank.

Im Rahmen von »Target2«, einer Art Dispokredit, reicht der Wirt, in diesem Fall die Bundesbank, über die Europäische Zentralbank (EZB) aktuell 1.000 Milliarden Euro an europäische Krisenländer aus. Damit diese aus Deutschland Waren einführen. Umgerechnet sind das mehr als 12.000 Euro pro Kopf der Bevölkerung, mit denen vor allem südeuropäische Verbraucher beim deutschen Steuerzahler in der Kreide stehen. Mit anderen Worten: Die deutsche Exportwirtschaft boomt vor allem deshalb, weil das Ausland beim deutschen Steuerzahler seine Autos, Werkzeugmaschinen, Waschmaschinen und sonstigen Waren made in Germany »anschreiben« lässt! Der deutsche Konjunkturaufschwung ist im Grunde eine Milchmädchenrechnung.

Denn der deutsche Steuerzahler finanziert bzw. haftet für den Konsum der Südeuropäer.

Eine weitere große Lüge ist die »Schwarze Null« im Bundesetat, also ein angeblich ausgeglichener Staatshaushalt ohne neuen Schulden. In diesem Jahr war die »Schwarze Null« nur darstellbar, weil der Bundes­finanzminister Rückstellungen für die sogenannte Flüchtlingskrise einfach als Aktivposten verbucht hat. Ansonsten werden laufende Einnahmen und Ausgaben bilanziert, aber keine Rücklagen für Zukunftsrisiken wie es jeder ehrbare Kaufmann tut. Und Zukunfts­risiken gibt es zuhauf: Der renommierte Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen schätzt allein die Kosten der Migration auf bis zu 1.500 Milliarden Euro in den kommenden Jahrzehnten – fast fünf Mal so viel wie der Bundeshaushalt heute. (oys)

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