Bochum, Stadtteil Langendreer. Es ist der 9. November 2017, gegen 01.30 Uhr: Videoaufnahmen zeigen, wie ein laut Polizei etwa 20 bis 30 Jahre alter »Mann« einem Obdachlosen (55) auf einen Parkplatz an der Ümminger Straße folgt. Der Täter schlägt sein Opfer nieder und steinigt den Wehrlosen mit herumliegenden Pflastersteinen. Dann legt er Paletten und Kiessäcke auf das bereits bewusstlose Opfer. Das Baumaterial stammt vom Parkplatz, welcher zur nahe gelegenen Moschee gehört.

Vermutlich wollte der Schwerverletzte auf dem Parkplatz urinieren. Ein Anwohner hört gegen 03.50 Uhr röchelnde Hilferufe. Der Obdachlose überlebt auf der Intensivstation. Die Polizei fahndet seither mit einem Videofoto nach dem nur schemenhaft zu erkennenden Täter: Vollbart, helle Jacke, helle Turnschuhe.

15. Januar 2018, U-Bahnhof Yorckstraße im islamisierten Berliner Stadtteil Kreuzberg: Ein laut Polizei »arabisch aussehender Täter«, geschätzte 20 Jahre alt, ca. 1,70 Meter groß, »gepflegter Vollbart«, fällt ohne ersichtlichen Grund über drei auf einer Bank sitzende Obdachlose her, schlägt ihnen mit der Faust ins Gesicht und sticht einem von ihnen mit einem Messer ins Bein.

Zwei in ihrer Brutalität unfassbare Beispiele innerhalb von nur zwei Monaten. Sie bestätigen, was Werena Rosenke, stellvertretende Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW), sagt: »Gewalt gegen Wohnungslose ist ein Dauerthema.«

Die Organisation sammelt jährlich Dutzende Berichte über gewalttätige Übergriffe auf Obdachlose. »Vor allem ältere und geschwächte Männer, die auf der Straße leben, sind Ziel von Gewalt«, beklagt Rosenke.
Angriffe auf Obdachlose häufen sich demnach wie Messerangriffe, Sexualstraftaten, Gewaltdelikte und Diebstähle.
Jedes Jahr gibt es Tote. 18 waren es 2016, 14 waren
es 2017. Immer öfter sind die Täter »Flüchtlinge«.

So wie in der Weihnachtsnacht 2016. Diese Schandtat sorgte für bundesweites Entsetzen. Sieben »Flüchtlinge« aus Syrien und Libyen zündeten neben einem schlafenden Obdachlosen ein Feuer an. Ebenfalls in Berlin, ebenfalls im islamisierten Stadtteil Kreuzberg, ebenfalls in einem U-Bahnhof (Schönleinstraße). Fahrgäste löschten die Flammen, der 37 Jahre alte Mann blieb unverletzt. Die Plastiktüte, auf welcher er schlief, und sein Rucksack hatten bereits gebrannt.

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Das »Land, in dem wir gut und gerne leben«:

Kein eigenes Bett, keine Küche, keine Toilette. Obdachlose in Deutschland müssen auf alles verzichten, was für andere Menschen selbstverständlich ist. Die Not der Betroffenen in einer der größten Industrienationen ist ein einziger, von den Altparteien totgeschwiegener Skandal. Die Not verbirgt sich in Parks, unter Brücken, hinter Gebüschen. Es ist ein Schattendasein – und eine Schande für Deutschland!

Wie viele Menschen hierzulande keine Wohnung haben und woher sie kommen, erfasst keine offizielle Statistik. Es gibt nur Schätzungen, etwa aufgrund von Erfahrungen in Hilfeeinrichtungen. Danach hat sich das Problem in den vergangenen Jahren drastisch verschärft und wird künftig noch viel größere Ausmaße annehmen.

Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG) waren 2016 in Deutschland 420.000 Menschen ohne eigene Wohnung, Asylbewerber und sonstige Migranten nicht mitgerechnet. Rechne man die rund 440.000 »Flüchtlinge« in Unterkünften hinzu, so ergebe sich eine Zahl von 860.000 Wohnungslosen – ein Anstieg um 150 Prozent in nur zwei Jahren!

Für dieses Jahr prognostiziert die BAG einen weiteren Anstieg auf dann 1,2 Millionen obdachlose Menschen.

Mehr als 52.000 Menschen leben auf der Straße. Sie haben nicht einmal eine Notunterkunft wie die meisten »Flüchtlinge«. 300 Menschen sind in Deutschland seit 1990 erfroren. Es fehlen rund 11 Millionen (bezahlbare) Kleinwohnungen.

Verschärft wird das Obdachlosenproblem durch den Zuzug aus Rumänien und Bulgarien. Immer mehr Osteuropäer kommen wegen der schlechten wirtschaftlichen Situation in ihren Heimatländern nach Deutschland. Viele haben sogar ein konkretes Jobangebot. Das platzt dann oft noch vor der Abreise oder spätestens bei der Ankunft. Auch Polen sind neuerdings zunehmend von Obdachlosigkeit betroffen. Sie haben oft jahrelang schwarz auf dem Bau gearbeitet. Dann verlieren sie den Job, fliegen aus ihren Wohncontainern und landen auf der Straße.

Wie kann es sein, dass immer mehr Menschen auf der Straße landen, wollte Moderatorin Sandra Maischberger kürzlich in der ARD von ihren Talkgästen wissen. Liegt es nur an den steigenden Mieten und fehlenden Sozialwohnungen im »Land, in dem wir gut und gerne leben«?

«Man kann nicht die ganze Welt retten«, gab die NDR-Journalistin Judith Rakers mit frappierender Offenheit zu. Für eine Reportage hatte sie selbst einmal mit Isomatte und Rucksack 30 Stunden auf der Straße gelebt. Dann sagte sie einen für eine ›Tagesschau‹-Sprecherin doch ziemlich bemerkenswerten Satz: »Das versteht kein Obdachloser und auch kein Bürger, wenn ein Flüchtling 24 Stunden im Container bleiben darf, aber ein Obdachloser tagsüber auf die Straße geschickt wird.« (oys)

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