Eklat zum Auftakt der »IAA«

Oberster deutscher Autolobbyist wirft hin

Eklat zum Auftakt der »Internationalen Automobil-Ausstellung« (IAA): Der Präsident des »Verbandes der Automobilindustrie« (VDA), Bernhard Mattes, legt zum Jahresende sein Amt nieder.

VDA-Präsident Bernhard Mattes (hier bei der Eröffnung der IAA 2019) legt zum Jahresende sein Amt nieder;

Mattes werde sich neuen Aufgaben zuwenden, teilte der Lobby-Verband zum Start der Frankfurter »IAA« lapidar mit.

Der »VDA«-Präsident hatte am Donnerstag – wenige Stunden, nachdem er die »IAA« in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet hatte – seinen Rücktritt angekündigt.

Insider: Volkswagen war gegen Mattes

Mattes hatte erst im Frühjahr 2018 den früheren Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann (CDU) als obersten Autolobbyisten abgelöst. Damals war den Autokonzernen nach Branchenkreisen daran gelegen, keinen Politiker mehr ihre Interessen vertreten zu lassen, sondern einen Manager aus ihren Reihen. Mattes war lange Deutschland-Chef des US-Autobauers »Ford« in Köln.

VW-Chef Herbert Diess (hier mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU bei der Eröffnung der IAA) soll die treibende Kraft hinter dem Rückzug von Bernhard Mattes sein

Der »VDA«-Chef, so hieß es am Rande der Frankfurter Autoshow, soll »zu wenig Nähe zu den wichtigen Politikern« gehabt haben. Insidern zufolge soll sich Mattes vor allem mit »VW«-Chef Herbert Diess überworfen haben.

Streit um Elektromobilität

In den vergangenen Monaten hatten mehrere Medien unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, dass der »Volkswagen«-Konzern auf eine Ablösung Mattes dringe. Quellen mit Kenntnis der Vorgänge sagen, Mattes habe jetzt hingeschmissen, weil ein Headhunter mit der Suche nach einem neuen »VDA«-Präsidenten beauftragt worden sei. Einer der Insider sagte, »Volkswagen« stecke dahinter.

Der scheidende EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) wird als möglicher neuer VDA-Chef gehandelt

Oettinger als Nachfolger gehandelt

In Medienberichten wird der scheidende EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU), Ex- Ministerpräsident von Baden-Württemberg, als möglicher Nachfolger für den Verbandsposten in Berlin gehandelt. Oettinger, der sich eigentlich mit einer PR-Firma selbstständig machen wollte, gilt als gut vernetzt und steht der Autoindustrie nahe. (hh)

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