Elektroautoirrsinn:

Experten rechnen mit bis zu 160.000 weniger Jobs

Jobiller Elektroantrieb: Die von der Politik vorangetriebene Abkehr vom Verbrennungsmotor wird zu massivem Arbeitsplatzabbau führen

Nach Schätzungen von Experten wird eine breite Durchsetzung von Elektroantrieben zum Verlust von Zehntausenden Arbeitsplätzen führen. Verschiedene Szenarien gehen von 70.000 bis zu 160.000 Stellenstreichungen aus.

Der scheidende Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, rechnet damit, dass die Umstellung auf Elektroantriebe die deutsche Autobranche auf jeden Fall Zehntausende Arbeitsplätze allein im Inland kostet. »Wir gehen davon aus, dass etwa 70.000 Stellen wegfallen«, sagte Mattes dem ›Kölner Stadt-Anzeiger‹.

Kanzler-Vertraute wird Cheflobbyistin

Der Verbandsfunktionär hatte im September seinen Rückzug zum Jahresende 2019 angekündigt. Neue VDA-Chefin wird die frühere CDU-Politikerin und Merkel-Vertraute Hildegard Müller. Der Vorstand habe die ehemalige Staatsministerin im Kanzleramt einstimmig gewählt, teilte der Verband mit. Demnach wird Müller ihr Amt Anfang Februar antreten.

Die deutsche Automobilbranche inklusive Zulieferer beschäftigt derzeit rund 820.000 Menschen. Es gibt allerdings noch weitaus drastischere Schätzungen zum bevorstehenden Arbeitsplatzabbau als jene des VDA.

So geht das an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach angesiedelte Center of Automotive Management bis 2030 netto von einem Verlust von 15 bis 20 Prozent aller Arbeitsplätze in der Branche aus. Das wären dann 120.000 bis 160.000 Jobs. Hintergrund ist: 460.000 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt an der Technologie der Verbrennungsmotoren. (hh)

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