„Ernstzunehmender Fall“:

Familienministerin Giffey unter Plagiats-Verdacht

»Ein ernstzunehmender Fall«: Die Doktorarbeit von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) wird auf Plagiate überprüft

Wegen eines Plagiatsverdachts prüft die Freie Universität Berlin (FU) die Doktorarbeit von Familienministerin Franziska Giffey (SPD). Ein Jurist der Plagiatsjäger-Plattform ›VroniPlag‹ spricht von einem »ernstzunehmenden Fall«.

Laut einem Bericht des Spiegels untersuchen die Plagiatsjäger der Webseite VroniPlag die Doktorarbeit der Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD). Die untersuchte Dissertation stammt aus dem Jahr 2009. Die SPD-Politikerin habe die Freie Universität Berlin (FU) selbst um diese Prüfung ihrer Arbeit gebeten, heißt es im Spiegel weiter. Die Universität erklärte, sie werde dieser Bitte nachkommen und »in Kürze ein entsprechendes Verfahren einleiten«.

Dem ›Spiegel‹ zufolge wurden von ›VroniPlag‹ »zahlreiche wörtliche oder sinngemäße Textübernahmen, die nicht gekennzeichnet wurden«, gefunden. »Nach meinem bisherigen Eindruck ist das ein ernstzunehmender Fall«, so der Jurist und VroniPlag‹-Akteur Gerhard Dannemann.

Giffey promovierte von 2005 bis 2009 im Bereich Politikwissenschaft am linksdominierten Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Ihre Dissertation verfasste sie zum Thema »Europas Weg zum Bürger – Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft«.

Die SPD-Bundesfamilienministerin wies ein bewusstes Plagiat zurück: »Ich habe diese Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst«, so die ehemalige Bürgermeisterin des Berliner Bezirks Neukölln.

Giffey wurde im März 2018 als damals designierte Familienministerin bereits für ihren »geschönten« Lebenslauf kritisiert, mit dem sie sich im Internet präsentierte. Auf ihrer Website www.franziska-giffey.de beschrieb sie sich als Kurzzeit-Mitarbeiterin mehrerer Institutionen in London, Brüssel und Straßburg. Dabei soll es sich allerdings nur um Ausbildungsstationen im Rahmen ihrer beiden Studiengänge gehandelt haben, berichtete damals unter anderem die taz. Das Bundesfamilienministerium musste schlussendlich bestätigten, dass es sich tatsächlich in allen Fällen nur um Ausbildungsstationen der SPD-Politikerin gehandelt hatte.

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