Erst der Diesel, jetzt das Feuerwerk

Deutsche Umwelthilfe will Böllerverbot durchsetzen

Geht es nach dem Abmahnverein DUH, werden Silvesterfeuerwerke bald untersagt sein

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will in 31 Städten private Silvesterfeuerwerke verbieten lassen. Dazu habe sie bei den betroffenen Städten formelle Anträge gestellt, teilte die angebliche Umweltorganisation mit. Zur Begründung führt die von Kritikern als Abmahnverein titulierte DUH die angeblichen, gesundheitsschädlichen Feinstaubbelastungen durch die Böller an.

»Jedes Jahr aufs Neue verursacht die archaische Böllerei zum Jahreswechsel dicke Luft in unseren Städten«, erklärte der Bundesgeschäftsführer des Vereins, Jürgen Resch. Hunderttausende Menschen mit Atemwegserkrankungen würden zu Silvester aus ihren Wohnungen fliehen oder sich »luftdicht verbarrikadieren«, so die Behauptung.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) stellt laut Pressemitteilung bei 31 Städten formelle Anträge zum Verbot beziehungsweise zur Beschränkung der Silvesterböllerei als wichtige Einzelmaßnahme für die Luftreinhaltung. Die formellen Anträge richten sich an die Städte, in denen die DUH Rechtsverfahren zur »Sauberen Luft« führt und deren innerstädtische Luft mit einer Feinstaubbelastung von mindestens 20 µg/m3 belastet ist. Diesen Grenzwert hat bereits vor Jahren die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen, hieß es laut der DUH. Innerhalb weniger Stunden würden die Feuerwerkskörper zum Jahreswechsel etwa 5.000 Tonnen besonders giftigen Feinstaubs freisetzen. Die Menge des zu Silvester freigesetzten Feinstaubs entspreche etwa 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge, argumentiert DUH-Chef Resch weiter.

Von einem Verbot betroffen wären Städte, deren Zentren angeblich besonders mit Feinstaub belastet sind, darunter Stuttgart, Gelsenkirchen, Berlin, Halle, Essen, Hannover, Nürnberg, Hamburg, Köln und München, aber auch Kommunen wie Oldenburg, Reutlingen, Esslingen und Würzburg.

Die hoch umstrittene Deutsche Umwelthilfe überzieht seit Jahren Städte und Kommunen mit Abmahnungen und Klagen und erreichte so, dass Dieselfahrverbote ausgesprochen wurden. Seither sind die Verkäufe von Dieselfahrzeugen in Deutschland eingebrochen, die Automobilindustrie mittlerweile massiv in Mitleidenschaft gezogen. Die Bestrebungen aus den Reihen der CDU und AfD, dem Verein Geldmittel aus dem Bundeshaushalt und die Gemeinnützigkeit zu entziehen, waren bislang erfolglos. Anfang Juni entschied der Bundesgerichtshof, dass es keinen Grund gebe, der DUH die Klagebefugnis abzuerkennen.

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