Erstklässler in Duisburg und Berlin:

Massive Sprach- und Motorik-Defizite

NRW/Berlin – In Duisburg sprechen nur noch 8,2 Prozent der Erstklässler mit Migrationshintergrund ein fehlerfreies Deutsch. Bei den motorischen Fähigkeiten hapert es ebenfalls beängstigend. In Berlin weisen insbesondere arabischstämmige Erstklässler grobe motorische Defizite auf. Länderübergreifenden haben die Gesundheitsämter bei Schuleingangsuntersuchungen stark angestiegene Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern mit Migrationshintergrund festgestellt.

Je höher der Migrantenanteil, desto geringer das Schulniveau

Gleich zwei Medienberichte beschäftigen sich mit den stellenweise katastrophalen Ergebnissen von sogenannten Schuleingangsuntersuchungen (SEU), auch Einschulungsuntersuchungen (ESU) bei Erstklässlern mit Migrationshintergrund. Betrachtet wurden zum einen die Ergebnisse in Duisburg und zum anderen jene in Berlin aus dem Jahr 2017.

Wie in den meisten Bundesländern gehört es auch im nordrhein-westfälischen Duisburg zu den Pflichtaufgaben des Gesundheitsamtes, alle Kinder eines Jahrgangs vor Schuleintritt durch Ärzte untersuchen zu lassen. Wie RP Online berichtet, beherrschen in Duisburg immer weniger der einzuschulenden Kinder mit Migrationshintergrund die deutsche Sprache fehlerfrei. Der Prozentsatz dieser Kinder lag stadtweit nur noch bei 8,2 Prozent. 16,4 Prozent der zukünftigen Erstklässler beherrschte sogar gar kein Deutsch.

49,9 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund die 2017 bei der SEU untersucht wurden seien mit Deutsch als Erstsprache aufgewachsen. Der Rest – 50,1 Prozent – entstammen Haushalten, in denen eine andere Sprache als Deutsch gesprochen wird, so die Zeitung die feststellt, dass in einigen Stadtteilen deutschsprechende Migrantenfamilien offenbar mittlerweile eine echte Minderheit seien. Im Stadtteil Marxloh ist das mit 74,4 Prozent, in Bruckhausen mit 87,5 Prozent und in Hochfeld sogar mit 87,9 Prozent der Fall.

Der stark ansteigende Migrationsanteil in der Duisburger Bevölkerung führe dazu, dass die SEU-Untersuchungen immer länger dauern würden, da aufgrund von mangelnden oder nicht vorhandenen Deutschkenntnissen der Eltern der betroffenen Kinder die Kommunikation mit dem Arzt erschwert werde. Ein noch massiveres Problem dürfte jedoch ein weiterer Befund der Untersuchung darstellen: So wurden bei den untersuchten Kindern mit Migrationshintergrund zum Teil grobe motorische und koordinative Störungen festgestellt. Waren es 2010 noch 20 Prozent der benannten Kinder, die solche Defizite aufwiesen, ist der Anteil 2017 auf etwa 27 Prozent angestiegen. Der Anteil der Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten habe sich mit 5,6 Prozent im Jahr 2009 auf 14,2 Prozent (2017) fast verdreifacht. Unter »Verhaltensauffälligkeiten« fallen laut RP-Online oppositionelles Verhalten, Leistungsverweigerung, eingeschränkte Frustrationstoleranz, Distanzlosigkeit, ausgeprägte Schüchternheit, eingeschränktes Selbstvertrauen, Trennungs- oder Versagensängste, starke motorische Unruhe, Aggressivität oder eingeschränkte Motivation, die im NRW-Durchschnitt 2015 bei 8,9 Prozent lag.

Für Berlin sieht es ganz ähnlich desaströs aus, berichtet der Tagesspiegel, der aus der betreffenden Auswertung der Gesundheitsämter zitiert. Von »schweren Defiziten« bei Berlins künftigen Erstklässlern ist im Artikel die Rede, von denen rund ein Drittel der untersuchten Kinder (31.000) betroffen seien. So können diese Kinder weder einen Stift ausreichend halten noch mit einer Schere umgehen. Ebenfalls wurde die Unfähigkeit, mit Mengen umzugehen, festgestellt. Am stärksten von diesen massiven Defiziten betroffen seien arabischstämmige Kinder. Das sei selbst dann der Fall, noch, wenn diese Kinder bis zu zwei Jahre lang einen Kindergarten besucht hätten.

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