Es könnte noch viel teurer werden:

Auch 8,4 Millionen Ausländer haben Anspruch auf Grundrente

Die Anzahl der Grundrente-Berechtigten könnte bedeutend höher sein als gedacht: Es droht eine Kostenexplosion

Ab 2021 sollen nach dem Willen der GroKo deutsche Rentner ihre Altersbezüge mit der Grundrente aufstocken können. Doch nun warnen Experten vor einer Kostenexplosion. Laut einem internen Papier der Regierung haben auch Millionen Ausländer Anspruch auf die Grundrente.

2021 soll die Grundrente in Kraft treten. Bereits jetzt fürchten Experten enorme Mehrkosten. Die Grundrente könnte die Steuerzahler deutlich mehr belasten als die bislang angenommenen zwei Milliarden Euro jährlich. Denn: Bei den geschätzten 1,5 Millionen Betroffenen, die von der Grundrente profitieren sollen, werde es nicht bleiben, warnte bereits im November der frühere Chef der Rentenversicherung, Franz Ruland. Nach europäischem Recht müssten, so Ruland, auch EU-Ausländer eingerechnet werden. Besonders brisant: Die geplante Aufstockung kleiner Renten müsste anteilig auch dann gezahlt werden, wenn jemand nur einen Teil der geforderten 35 Versicherungsjahre in Deutschland gearbeitet hat.

»Da dies entsprechende Anreizwirkungen entfaltet, werden die Kosten der Grundrente deutlich höher liegen, als bislang veranschlagt«, so Ruland gegenüber der ›Bild‹-Zeitung. Grundrente müsse Deutschland demnach nämlich auch an Staatsbürger aus europäischen Ländern sowie Brasilien, Japan, Indien und Kanada zahlen. Der Grund: Sozialversicherungsabkommen. Laut ›Bild‹ haben derzeit 6,6 Millionen Ausländer Versicherungszeiten angesammelt. Bereits jetzt beziehen 1,8 Millionen Menschen deutsche Rentengelder, heißt es dazu weiter.

Eine Beispielrechnung verdeutlicht die Mehrkosten der Grundrente. So könnte ein Rumäne Grundrente erhalten, wenn er zehn Jahre in Deutschland gearbeitet und Rentenbeiträge gezahlt hat. Voraussetzung sei, dass er weitere 25 Arbeitsjahre in seinem Heimatland nachweisen könne. Sein Anteil an der Grundrente werde dann anhand seiner zehn Arbeitsjahre in Deutschland berechnet.

Das Bundesarbeitsministerium ist nun in einem internen Papier zu demselben Schluss gekommen. Demnach gehen die Experten des Ministeriums sogar von einem noch größeren Kreis potenzieller Leistungsempfänger aus. Denn nicht nur EU-Ausländer und jene Bürger aus Staaten, mit welchen Deutschland Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat, hätten Anspruch auf die Grundrente, heiße es in dem Papier laut der ›Bild‹. Vielmehr könnten Staatsbürger aus mehr als 40 europäischen Ländern von der Grundrente profitieren. Zu diesen Ländern zählen etwa die Schweiz und Norwegen.

Die Große Koalition hatte sich im November darauf geeinigt, dass Menschen mit kleiner Rente und mit mindestens 35 Beitragsjahren ab Januar 2021 nach einer Einkommensprüfung einen Rentenaufschlag bekommen sollen.

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