Experten schätzen

Schon acht Millionen Muslime in Deutschland!

Wie viele Muslime leben wirklich in Deutschland? »Fast 20 Millionen«, so schätzt der Durchschnittsdeutsche. »Etwa vier Millionen««, so beschwichtigt die Masseneinwanderungskanzlerin. »4,4 bis 4,7 Millionen«, so sagt das BAMF. Kaum eine andere Zahl ist so ungesichert wie die der in Deutschland lebenden Muslime. Experten schätzen sie auf bis zu acht Millionen.

Zweifel an den amtlichen Zahlen: Bassam Tibi, Roland Tichy, Thilo Sarrazin

Die Masseneinwanderungskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht – alles halb so schlimm – von »etwa vier Millionen« Muslimen in Deutschland. Fakt ist: Die islamische Religionszugehörigkeit wird im Gegensatz zur christlichen nicht zentral erfasst. Insofern ist eine exakte, amtlich gesicherte Angabe zur Zahl von in Deutschland lebenden Muslimen nicht möglich.

Eine Ende 2016 erschienene Studie des »Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge« (BAMF) rechnete deren Zahl auf 4,4 bis 4,7 Millionen hoch. Dies waren 400.000 bis 600.000 mehr als in der Vorgänger-Hochrechnung aus 2008. Wie die alte basiert auch die neue Hochrechnung im Wesentlichen auf Schätzungen. Wie wenig belastbar die BAMF-Zahlen sind, räumt die Verfasserin der Studie, die Migrationsforscherin Anja Stichs, selbst ein: »Die Frage nach der genauen Zahl der Muslime in Deutschland ist auf Basis vorliegender Datenquellen (…) nicht leicht zu beantworten. In amtlichen Registern wird die Religionszugehörigkeit nicht systematisch erfasst.«

So wurde bei der letzten Volkszählung 2011 die Zugehörigkeit nach anderen Religionsgemeinschaften wie etwa der des Islam nur auf freiwilliger Basis abgefragt. Gut die Hälfte der Befragten machte diesbezüglich keine Angaben. Auch im sogenannten Mikrozensus, einer vom Statistischen Bundesamt jährlich durchgeführten Befragung von einem Prozent aller Haushalte in Deutschland, wird die Religionszugehörigkeit nicht berücksichtigt.

Die Religionszugehörigkeit von Migranten rechnet das BAMF auf Basis telefonischer Befragungen von lediglich einmal 6.004 Personen hoch. Offensichtlich ist jedoch, dass »sehr viele« Muslime, wenn sie in Deutschland angekommen sind, das Bekenntnis zum islamischen Glauben verschweigen, analysiert Bestseller-Autor Thilo Sarrazin (SPD) in seinem vor einem halben Jahr erschienen Buch »Feindliche Übernahme«.

Sarrazin wie auch andere Kritiker zweifeln deshalb die amtlichen Schätzzahlen erheblich an. In Wirklichkeit dürften bereits weit mehr Muslime im Land sein als zugegeben. Die AfD nannte in ihrem Wahlprogramm eine Zahl von fünf Millionen. Roland Tichy, Ex-Chefredakteur, Herausgeber des liberal-konservativen Magazins ›Tichys Einblick‹, geht noch weiter. Er schrieb kürzlich: »Je nach Zählweise leben sechs bis acht Millionen zugewanderte Muslime in Deutschland.«

Fragt man in der Bevölkerung nach der persönlichen Wahrnehmung der Menschen, kommen noch viel höhere Werte heraus. Im Durchschnitt schätzen Befragte den Bevölkerungsanteil der Muslime in Deutschland auf 19 Prozent. Das zeigte zuletzt eine im Jahr 2014 vom Marktforschungsinstitut »Ipsos« durchgeführte Umfrage. Dieser Prozentsatz entspräche rund 16 Millionen Menschen. Die »gefühlte Zahl« ist also rund viermal höher als die von der Masseneinwanderungskanzlerin genannten »etwa vier Millionen«.

Aber welche Zahl stimmt denn nun?
Der Wirklichkeit am nächsten dürfte in der Tat Roland Tichy kommen. Seine Schätzung wird durch Bassam Tibi, emeritierter Professor für Internationale Beziehungen in Göttingen, untermauert. Tibi rechnete im April 2018 in der ›Basler Zeitung‹ vor: »Zu Beginn der Völkerwanderungen 2015/2016 nach Deutschland lebten im Land rund fünfeinhalb Millionen Muslime. In einem Winter kam eine ganze Million dazu – ohne Angehörige. Diese haben sich durch – in die Statistik nicht aufgenommene – Familienzusammenführungen mindestens verdoppelt. Die Zahl der Muslime in Deutschland beträgt heute rund sieben Millionen. Offizielle Angaben stimmen einfach nicht, weil sie politisch frisiert sind.«

Berücksichtigt man, dass seit Veröffentlichung des Artikels bereits ein knappes Jahr vergangen ist, dürfte Roland Tichy mit »sieben bis acht Millionen« nicht falschliegen. (oys)

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