»EZB« verschärft Strafzinsen. Bankgebühren steigen um 30 Prozent:

Die Sparer sind nur noch die Dummen!

Seit Jahresbeginn haben sich die Kosten für viele Giro- und Sparkonten um satte 30 Prozent verteuert. Für die Kunden von Banken und Sparkassen dürfte es noch dicker kommen. Auf ihrer Sitzung am Donnerstag in Frankfurt beschloss die »EZB« eine weitere Verschärfung der sogenannten Negativzinsen – und zwar von minus 0.4 auf minus 0.5 Punkte. Offenbar gehen immer mehr Banken und Sparkassen schon jetzt dazu über, ihre negativen Einlagenzinsen bei der »Europäischen Zentralbank« (EZB) voll an die Kunden durchzureichen. Ein Großteil der Banken und Sparkassen hat in der ersten Jahreshälfte die Preise für Giro- und Sparkontenkonten erhöht – und zwar im Schnitt um saftige 30 Prozent. Das berichtet der Finanzdienstleister »Biallo«.

Die verantwortungslose Zinspolitik der »Europäischen Zentralbank« entwickelt sich zur Geldvernichtungsmaschine

 

Geradezu absurd: Immer mehr Anleger müssen sogenannte Verwahrungsgebühren (Strafzinsen) dafür zahlen, dass sie Banken und Sparkassen ihr Geld geben. Aber auch die sonstigen Kontogebühren steigen rasant, weil die Geldinstitute an Krediten nichts mehr verdienen.

Verschärfung der Strafzinsen

Am Donnerstag fand die vorletzte Zinssitzung der Frankfurter »EZB« unter dem scheidenden Präsidenten Mario Draghi statt. Der »EZB«-Rat beschloss erwartungsgemäß, die Strafzinsen, zu denen Banken und Sparkassen das Geld ihrer Kunden bei der Zentralbank »parken« können, weiter zu senken – und zwar von aktuell minus 0,4 Prozent auf minus 0,5 Prozent.

Verschärfung der Strafzinsen so gut wie sicher

Am (heutigen) Donnerstag steht die vorletzte Zinssitzung der Frankfurter »EZB« unter dem scheidenden Präsidenten Mario Draghi an. Experten sind sich sicher, dass die »EZB« die Strafzinsen, zu denen Banken und Sparkassen das Geld ihrer Kunden bei der Zentralbank »parken« können, weiter senken wird – und zwar von aktuell minus 0,4 Prozent auf minus 0,5 oder sogar minus 0,6 Prozent.

Damit sollen die Banken dazu gebracht werden, ihre Kredite noch weiter zu verbilligen, um die Kreditnachfrage anzukurbeln und so Strafzinsen bei der »EZB« zu vermeiden.

Die irre Folge: Einzelne Institute sind bereits dazu übergegangen, langfristige Hypotheken-Darlehen mit negativen Zinsen auszureichen – das heißt, die Schuldner zahlen am Ende der Laufzeit weniger zurück, als sie anfänglich aufgenommen hatten.

Was Häuslebauer und andere Kreditnehmer erfreuen dürfte, nämlich noch niedrigere Zinsen, kommt andere Bankkunden, vor allem Sparer, teuer zu stehen. Nur 40 von insgesamt 1.300 Geldhäusern bieten überhaupt noch unentgeltliche Konten an, berichteten die ›Deutschen WirtschaftsNachrichten‹.

Im Prinzip sind alle Kontoarten betroffen: Die Sparkassen haben seit Jahresbeginn sogenannte Premiumkonten im Schnitt um 29 Prozent auf 11 Euro monatlich verteuert. Bei Volksbanken müssen Kunden im Schnitt 23 Prozent mehr entrichten. Ein solches Girokonto kostet nun durchschnittlich 10,54 Euro monatlich.

Auch Stützeempfänger müssen mehr zahlen

Besonders heftig: Auch die Entgelte für sogenannte Basiskonten mit reiner Guthabenfunktion sind drastisch gestiegen. Diese sind insbesondere für Kleinverdiener und Stützeempfänger bestimmt. Hier kletterten die Preise bei den Sparkassen um saftige 35 Prozent auf 5,52 Euro. Bei Volksbanken erhöhten sich die Entgelte um 27 Prozent auf 5,04 Euro.

Internetkonten ebenfalls teurer

Zudem wurden die Internetkonten teurer, bei denen es keine Betreuung in der Filiale gibt. Bei den Sparkassen stiegen die Preise um 36 Prozent, während sie bei den Volksbanken um 32 Prozent erhöht wurden.

Und dies dürfte nach der heutigen »EZB«-Sitzung noch nicht das Ende der Fahnenstange sein! Sollte der negative Einlagenzins weiter sinken, wie allgemein erwartet wird, würde die jährliche Belastung der deutschen Geldhäuser laut Experten von derzeit 2,5 Milliarden auf 2,9 Milliarden Euro oder sogar mehr steigen. Bankkunden und Sparer werden also einmal mehr die Dummen sein! (hh)

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