EZB weitet Anleihekäufe aus

Deutsche Steuerzahler haften für die neue Geldschwemme mit

Vergiftetes Geschenk des scheidenden EZB-Chefs Mario Draghi: Die Notenbank forciert ab November ihr Anleihen-Programm

Die EZB verschärft nicht nur die Strafzinsen, sondern erhöht auch die Rotationsgeschwindigkeit der Notenpresse. Die Mithaftung der deutschen Sparer für das gigantische Billionen-Anleihen-Programm wird ausgeweitet.

Europas Währungshüter stemmen sich mit allen Mitteln gegen die sich abzeichnende Rezession: Banken müssen künftig noch höhere Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken (der Deutschland Kurier berichtete).

Die Notenbank forciert zudem ab November ihr vorübergehend eingestelltes Anleihen-Programm. Das beschloss der EZB-Rat.

Monatlich sollen neue Papiere im Gegenwert von 20 Milliarden Euro angekauft werden. Im Klartext bedeutet die Ausweitung der Anleihen nichts anderes als: Die EZB druckt noch mehr Milliarden. Zombie-Banken werden künstlich am Leben erhalten! Für die Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik müssen deutsche Sparer und in letzter Konsequenz auch die deutschen Steuerzahler mithaften.

Damit erhöht die Zentralbank zum Ende der Amtszeit des scheidenden EZB-Präsidenten Mario Draghi ihre Geldschwemme nochmals.

Mit einer Neuauflage von Wertpapierkäufen will die EZB Konjunktur und Preise stützen. Ein genaues Ende des wieder aufgenommenen Programms legte der EZB-Rat zunächst nicht fest.

Ende Dezember 2018 hatte die EZB ihr gewaltiges Kaufprogramm von Staats- und Unternehmensanleihen vorerst beendet. Seit Januar floss kein frisches EZB-Geld mehr in diesem Rahmen. Gelder aus auslaufenden Wertpapieren wurden jedoch reinvestiert. Von März 2015 bis Ende 2018 steckte die EZB insgesamt rund 2,6 Billionen Euro in Anleihen.

An der expansiven Ausrichtung der Geldpolitik wird sich aller Voraussicht nach so schnell nichts ändern: Draghis designierte Nachfolgerin an der EZB-Spitze, die Französin Christine Lagarde, hat bereits deutlich gemacht, dass sie eine sehr lockere Geldpolitik für absehbare Zeit für nötig hält. (hh)

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