Finanzierung von ›BBC‹ soll »geprüft« werden:

Boris Johnson stellt Rundfunkgebühren in Frage

»Wie lange kann man ein System rechtfertigen, bei dem jeder, der einen Fernseher hat, eine bestimmte Reihe von Fernseh- und Radiosendern bezahlen muss?« Der britische Boris Johnson beim Verlassen eines ›BBC‹-Studios

Der britische Premierminister Boris Johnson hat angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs seiner Partei die Gebührenfinanzierung der Rundfunkanstalt ›BBC‹ zu überprüfen. Die Briten wählen an diesem Donnerstag ein neues Parlament.

Der britische Premierminister Boris Johnson will die Gebührenfinanzierung der britischen Rundfunkanstalt ›BBC‹ im Falle eines Wahlsiegs überprüfen. Das sagte der konservative Politiker bei einer Wahlkampfveranstaltung im nordostenglischen Sunderland.

»Wie lange kann man ein System rechtfertigen, bei dem jeder, der einen Fernseher hat, eine bestimmte Reihe von Fernseh- und Radiosendern bezahlen muss?« Man müsse sich fragen, »ob dieser Ansatz zur Finanzierung eines Medienunternehmens angesichts der Art und Weise, wie andere Organisationen es schaffen, sich selbst zu finanzieren, langfristig noch sinnvoll« sei, so Johnson. Noch gebe es keine konkreten Pläne, die Rundfunkgebühren vollständig abzuschaffen. So kurz vor der Wahl wolle der 55 Jahre alte Spitzenpolitiker zwar keine politische Entscheidung treffen, es lohne sich aber, das Thema »zu prüfen«.

Johnson lag jüngst mehrmals mit öffentlich-rechtlichen TV-Sendern im Clinch, weil sich der Premier weigerte, an Interviews teilzunehmen. Daraufhin hatte einer der Journalisten des Senders, Andrew Neil, ihn in einem Video »herausgefordert«. Es sei nicht zu spät für ein Gespräch, es sei alles vorbereitet und »ofenfertig«. Der Premierminister entgegnete, er habe bereits 118 Interviews geführt und könne nicht »alle unterbringen«.

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Die ›BBC‹ wird ähnlich wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland und Österreich durch ein Gebührensystem finanziert.

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