FPÖ, enttäusche deine Wähler nicht!

Nach elf Jahren schwarz-roter Kungelei an der Regierungsspitze zeichnet sich nun in Österreich eine Koalition aus liberal-bürgerlicher ÖVP und nationalkonservativer FPÖ ab. Der ÖVP-Boss und baldige Neo-Kanzler Sebastian Kurz hat die Verhandlungen mit den Freiheitlichen begonnen, inhaltlich hat sich die einst nach links gedriftete ÖVP bereits im Wahlkampf dem patriotischen Kurs der FPÖ angenähert.
Seit Jahrzehnten sprechen die Freiheitlichen in Österreich mutig Klartext und warnten früh vor einer Einwanderungs-Invasion nach Europa. Damit könnte sich in Österreich zugleich eine grundlegende Wende im Polit-Stil abzeichnen: Statt Asyl-Wahnsinn, systematischer, verdeckter Benachteiligung von Einheimischen gegenüber Migranten und irrer Steuerlast müssen nun wieder die Interessen der Österreicher im Vordergrund stehen!

Denn viele Wähler – nämlich mehr als 57 Prozent – verbinden mit dem Wahlergebnis die Hoffnung nach einem grundlegenden Kurswechsel im Land.

Der renommierte Meinungsforscher Peter Hajek spricht hier Klartext: Laut einer repräsentativen Umfrage bildete der dringende Wunsch nach einer konsequenteren, harten Asyl-Politik im eigenen Interesse das mit Abstand wichtigste Motiv der FPÖ-Wähler.

Nun stehen die Freiheitlichen in der Bringschuld gegenüber den Österreichern:

Sollte die Kurz-ÖVP – wie von Insidern befürchtet – in Richtung EU-Regime und Politik der offenen Grenzen einknicken, müssen FPÖ-Boss Heinz-Christian Strache und seine Truppe rechtzeitig inhaltlich gegenhalten.
Im Wahlkampf haben sie bereits die Weichen gestellt, aber aus Rücksicht auf die bürgerlichen Wähler einen moderateren Ton angeschlagen.

Jetzt kommt es darauf an, zur echten Volkspartei zu werden.

Denn andernfalls droht der Partei wohl das gleiche Schicksal wie im Jahr 2002: Nachdem die Freiheitlichen bei den Nationalratswahlen 1999 ein Sensationsergebnis von 26,9 Prozent erzielt hatten, enttäuschten sie in der Koalition mit der ÖVP ihre Wähler in vielerlei Hinsicht bitter. Unter der schwarz-blauen Regierung stieg die Einwanderung nach Österreich laut offiziellen Daten sogar deutlich, vor allem die Zahl der Gastarbeiter, aber auch der Asylwerber aus Afghanistan und dem Iran schnellte in die Höhe!

Die Wähler straften diese Politik klar ab: Im November 2002 erhielt die FPÖ nur zehn Prozent. Partei-Boss Strache sollte eine Wiederholung dieser Entwicklung verhindern.

Dazu muss die FPÖ ihre Wähler weiterhin ernst nehmen – und weiterhin nonkonform und unbequem bleiben.


Johannes Schüller

ist Chefredakteur von wochenblick.at, dem Online-Portal der österreichischen Zeitung ›Wochenblick‹.

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