Frauenrechtlerin Seyran Ateş warnt:

Der politische Islam übernimmt Deutschland

»Keine Toleranz den Feinden der Toleranz«: Frauenrechtlerin Seyran Ateş fordert eine radikale Kurswende gegenüber dem politischen Islam

Seyran Ateş, prominente Frauenrechtlerin und Anwältin, ist überzeugt: Deutschland braucht eine radikale Kurswende in seiner Politik gegenüber dem Islam. Ansonsten drohe dem Land, dass es vom politischen Islam übernommen wird und seine Freiheiten endgültig verliert.

Die Berliner Anwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş hat zu einem schnellen Umdenken und zu einer Kehrtwende im Umgang mit dem politischen Islam aufgerufen. Die türkisch-kurdischstämmige Anwältin warnt: Deutschland könne in 30 Jahren vom politischen Islam dominiert werden, wenn es keine Kehrtwende im Umgang mit diesem gebe.

Auf ›Facebook‹ beschreibt Ateş das Aussehen Deutschlands, sollte es keine Kehrtwende geben:

»In einem Land, in dem der politisch motivierte Islam seine Vormachtstellung nicht mehr nur gegenüber der restlichen Gemeinschaft der Muslime behauptet, sondern längst auf breite Schichten der Mehrheitsbevölkerung ausweiten konnte und mit seinem Stimmgewicht Wahlen zu seinen Gunsten entscheidet.

In einem Land, das aus Angst davor, für sich und seine Werte einzustehen, eine ganze Generation groß werden ließ, die nicht dazu bereit ist, den Geist des Grundgesetzes zu leben und weit mehr Daseinszweck aus radikalen Predigten auslandsfinanzierter und reaktionärer Gebetshäuser bezieht als aus dem Geist der Aufklärung, der dieses Land frei, offen und somit reich gemacht hat.

In einem Land, in dem die religiös begründete Unterdrückung der Frau wieder Ausmaße angenommen hat, die man in unsere Breiten vergessen geglaubt hatte – und basale Grund- und Freiheitsrechte plötzlich wieder zur Disposition stehen.

Die Ignoranz gegenüber den Implikationen des Vormarsches antiaufklärerischer Gesinnungen mitten unter uns wird uns unsere Freiheit kosten. Jeden Tag nur ein Stückchen mehr, aber irgendwann absolut.

Ich will nicht in so einem Land aufwachen, und ich bin überzeugt, dass die große Mehrheit der Deutschen das auch nicht will. Machen wir den für unsere Zukunft verantwortlichen endlich eines klar:

Keine Toleranz den Feinden der Toleranz!«

Link zum Facebook-Eintrag

Seyran Ateş, neben Abdel Samad oder der Soziologin Necla Kelek eine der profiliertesten Kritikerinnen des politischen Islam, wurde wiederholt bedroht und angegriffen. Im Juni 2017 gründete sie in Berlin die liberale Ibn-Rushd-Goethe-Moschee, um die weltliche und religiöse Macht voneinander zu trennen und sich um eine zeitgemäße und geschlechtergerechte Auslegung des Koran zu bemühen. Ateş erhielt nach der Gründung der Moscheegemeinde eine Vielzahl von Morddrohungen und lebt seither Tag und Nacht unter Personenschutz.

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