Fünf Tote bei Attacke auf Polizisten:

Messermörder von Paris soll kürzlich zum Islam konvertiert sein

Tatort Polizeipräfektur Paris: Ein mutmaßlich muslimischer Mitarbeiter der Polizeiverwaltung hat am Donnerstag vier Beamte erstochen

Im Polizeihauptquartier in Paris hat ein Mitarbeiter am Donnerstag Polizisten mit einem Messer angegriffen. Vier Beamte kamen dabei ums Leben, der Angreifer wurde erschossen. Der Attentäter soll erst kürzlich zum Islam konvertiert sein.

Bei einer Messerattacke in der Pariser Polizeipräfektur sind laut französischen Medien insgesamt fünf Menschen getötet worden, ein weiterer schwebe noch in Lebensgefahr. Der Attentäter ermordete vier Polizisten – eine Frau und drei Männer. Er selbst wurde erschossen, berichteten die Nachrichtensender ›BFM TV‹ und ›France Info‹.

Der Angreifer im Pariser Polizeipräsidium soll vor 18 Monaten zum Islam konvertiert sein. Bei seiner Ehefrau handelt es sich um eine Muslima. Das berichtet die Nachrichtenagentur ›AFP‹, die diese Informationen von einer mit dem Fall vertrauten Quelle haben will. Ob es einen Zusammenhang zwischen der religiösen Überzeugung des Attentäters und der Tat gibt, war vorerst unklar. Ermittler durchsuchten nach Angaben einer ›AFP‹-Journalistin seine Wohnung in dem Ort Gonesse nordöstlich von Paris nach Hinweisen auf das Motiv.

Der Mitarbeiter der Polizeiverwaltung hatte gegen die Mittagszeit am gestrigen Donnerstag vier Kollegen mit einem Keramikmesser erstochen, bevor ihn ein Polizist mit seiner Dienstwaffe erschoss. Der 45 Jahre alte Täter soll sich nach Angaben des französischen Innenministeriums zuvor nicht auffällig verhalten oder seine Tat angekündigt haben. Er stammte von der französischen Karibikinsel Martinique und habe unter Schwerhörigkeit gelitten. Ermittlern zufolge arbeitete er bei der nachrichtendienstlichen Abteilung der Pariser Polizei (Direction du renseignement de la préfecture de police, DRPP), die unter anderem für den Kampf gegen Extremisten zuständig ist. Der Attentäter soll Computer betreut haben.

Der Bereich in der Nähe der Kathedrale Notre-Dame wurde am Donnerstag weiträumig abgesperrt. Innenminister Christophe Castaner und Staatschef Emmanuel Macron eilten zum Tatort und bekundeten einmal mehr ihre Solidarität. Die Nationalversammlung hielt laut ›Le Figaro‹ eine Schweigeminute für die Opfer und ihre Angehörigen ab.

Erst am Mittwoch protestierten Tausende Polizisten in Paris für bessere Arbeitsbedingungen. Mehrere Gewerkschaften hatten zu dem »Marsch der Wut« im Osten der Hauptstadt aufgerufen. Nach Angaben der Organisatoren, der Polizeigewerkschaft Unité SGP Police, waren in Paris rund 27.000 Polizisten auf die Straßen gegangen.

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