George Soros hofft auf die Grünen in Deutschland

Multimilliardär und linksliberaler Netzwerker: George Soros

Der US-amerikanische Milliardär und Vorsitzende der mächtigen »Open Society Foundations«, George Soros, sorgt sich massiv um die EU. Die AfD ist für den Großaktivisten ein Problem. Als Problemlöser und Hoffnung ruft Soros die Grünen aus.

Der US-amerikanische Multimilliardär und selbsternannte Philanthrop Georg Soros malt die Zukunft der EU in düsteren Farben. Europa sei dem Untergang geweiht – sollten sich die Lenker nicht an seine Ratschläge halten. Ein derartiges Szenario veröffentlichte Soros auf der Plattform »Project Syndicate« (PS). Angeblich ist »Project Syndicate« eine »Non-Profit-Organisation« mit Sitz in Prag, die weltweit Kommentare von Wissenschaftlern, Politikern und politischen Aktivisten verbreitet. Soros ist mit seinem »Open Society Institut« einer von mehreren Geldgebern, die das Projekt finanzieren.

Auf PS orakelte Soros in seinem am Montag veröffentlichten Gastbeitrag, die EU würde in den Abgrund »schlafwandeln«: »Die Menschen in Europa müssen aufwachen, bevor es zu spät ist. Wenn nicht, wird die Europäische Union den Weg der Sowjetunion von 1991 beschreiten.«

Die Europawahl im Mai 2019 könnte laut dem US-Amerikaner, der von Kritikern als einer der treibenden Kräfte hinter der Flüchtlingskrise gesehen wird, ein Wendepunkt sein. »Antieuropäische Kräfte« hätten dort einen Wettbewerbsvorteil, meint Soros.

»Sie wollen die Werte nicht bewahren, auf denen die EU gegründet wurde, und wollen sie mit eigenen Werten ersetzen, die radikal anders sind«, so der Milliardär, der sein bei Spekulationsgeschäften erworbenes Vermögen für angeblich gemeinnützige Belange einsetzt und hierfür ein mächtiges Netzwerk betreibt.

Einer der »schlimmsten Täter«, die die Zukunft der EU bedrohen, ist nach Ansicht des 88-Jährigen die  Europäische Volkspartei (EVP, ein Zusammenschluss christdemokratischer und bürgerlicher Parteien auf europäischer Ebene, deutsche Mitglieder sind CDU und CSU). In Deutschland – dem beherrschenden Land der EU – sei das vorherrschende politische Bündnis zwischen der CDU und der bayerischen CSU unhaltbar geworden. Dieses Bündnis habe so lange funktioniert, solange es in Bayern keine wichtige Partei rechts von der CSU gab. Dies habe sich mit dem Aufstieg der »extremistischen« AfD geändert, so Soros. Jedoch sei die Situation in Deutschland noch nicht gänzlich hoffnungslos. Denn: »Die deutschen Grünen haben sich zur einzigen konsequent proeuropäischen Partei im Lande entwickelt und sie legen in den Meinungsumfragen weiter zu«, so Soros in seinem Beitrag hoffnungsvoll. Die AfD hat nach Ansicht des selbsternannten Weltenlenkers ihren Zenit – außer in Ostdeutschland – erreicht.

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