Gesine Schwan zu Doppelspitze mit Kevin Kühnert bereit

Gesine Schwan, ehemals Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin, kann sich eine Bewerbung vorstellen – auch gemeinsam mit dem Chef der Jungsozialisten Kevin Kühnert.

Die frühere Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin, Gesine Schwan, ist grundsätzlich zu einer Kandidatur für den SPD-Vorsitz bereit. »Wenn die Bitte an mich herangetragen würde und wenn die auch eine erhebliche Unterstützung hätte«, würde sie dies tun, sagte Schwan im Deutschlandfunk. Noch sei es aber nicht so weit, dass sie sich aktiv bewerben wolle. Es gehe ihr nicht darum, Karriere zu machen, betonte die 76-Jährige. »Nein, ich kandidiere nicht für den SPD-Vorsitz. Aber ich habe gesagt, dass ich meine Hilfe anbiete, an der Stelle, wo ich am meisten helfen kann.« Es habe sie beunruhigt, dass viele Führungspersonen der Sozialdemokraten den Vorsitz ablehnten.

Denkbar sei für sie auch eine Doppelspitze mit dem Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert, sagte Schwan. Sie schließe das nicht aus. Sie habe Kühnert immer »fair und nachdenklich-argumentativ« erlebt. Allerdings habe sie mit ihm noch nicht darüber gesprochen, und sie glaube auch nicht, dass er jetzt Parteichef werden wolle. Schwan verwies hier auf Kühnerts Alter – der Juso-Vorsitzende wird am 1. Juli 30 Jahre alt.

Schwan war 2004 und 2009 für die SPD bei der Wahl zum Bundespräsidenten angetreten. Beide Male unterlag sie Horst Köhler (CDU).

Nach dem Rücktritt der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles wird die Partei übergangsweise von dem Trio Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel geleitet. Die neue Parteispitze soll nach einer Mitgliederbefragung auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden. Der Parteivorstand der SPD hatte am Montag ein Verfahren für die Nachfolge von Andrea Nahles beschlossen. Ausdrücklich ermutigte die Parteispitze Teams zu einer Kandidatur.

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