Gewalt in Freibädern

Essener Security-Chef macht Migranten verantwortlich

»Da treffen viel Testosteron, verschiedene Kulturen und Mentalitäten aufeinander«: Ein palästinensisch-stämmiger Sicherheitsfachmann redet Klartext zur Migrantengewalt in deutschen Freibädern

Der Chef des Essener Sicherheitsdienstes »Issa Security«, Mohammed Issa, macht für die zunehmende Gewalt in Freibändern jugendliche Migranten verantwortlich. Von diesen gehe mehrheitlich die körperliche und verbale Gewalt aus. »Da treffen viel Testosteron, verschiedene Kulturen und Mentalitäten aufeinander. Und niemand möchte sich der anderen Gruppe unterordnen.«

Der 49-jährige palästinensisch-stämmige Mohammed Issa gründete 1997 die »Issa Security« und patrouilliert mit seinen Mitarbeitern seit 15 Jahren auch im Auftrag der Stadt Essen in Freibädern. »Die Gewalt heute ist eine ganz andere Hausnummer«, so der Sicherheitsfachmann gegenüber der ›Westdeutschen Allgemeinen Zeitung‹ (›WAZ‹). Körperliche und verbale Gewalt gehe dabei meist von jugendlichen Migranten aus: »Da treffen viel Testosteron, verschiedene Kulturen und Mentalitäten aufeinander. Und niemand möchte sich der anderen Gruppe unterordnen«, erklärt Issa.

Das habe viel mit Stolz zu tun – mitunter reiche schon ein falscher Blick, um die geladene Stimmung explodieren zu lassen. Grundsätze wie »Der Klügere gibt nach« gelten demnach speziell in vielen arabisch geprägten Gesellschaften nicht. Eine weitere Erklärung für die sinkende Hemmschwelle sei auch eine aggressive Jugendkultur: »Manche sind erst 14 Jahre alt und wollen einen auf Gangster machen, die haben ein bisschen zu viel Bushido gehört«, so ein Mitarbeiter der Issa-Sicherheitsfirma gegenüber der ›WAZ‹.

Gut 20 Prozent der 70 Festangestellten und 120 Aushilfskräfte der »Issa Security« hätten selbst einen Migrationshintergrund, so der Unternehmenschef. Sicherheitspersonal mit Migrationshintergrund habe Vor- und Nachteile. »Manche Randalierer denken, man sei einer von ihnen. Hilfreich ist die eigene Herkunft aber vor allem wegen der Sprache – viele der Konflikte könnten wir auf Deutsch gar nicht entschärfen«, betont Issa.

In den vergangenen Tagen kam es bundesweit in Freibädern zu massiven Gewaltanwendungen. Der bislang spektakulärste Zwischenfall in diesem Jahr ereignete sich am Samstag in Düsseldorf. Im »Rheinbad« der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt kam es zu einer Massenschlägerei zwischen Hunderten »aggressiven Jugendlichen« (der Deutschland Kurier berichtete). Der »Bundesverband Deutscher Schwimmmeister« beklagt eine zunehmende Aggressivität in Freibädern und fordert ein hartes Durchgreifen.

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