Gewaltige Ausgaben

Pensionslasten steigen um 70 Milliarden Euro

Milliardengrab: Die Steuerzahler müssen immer größere Lasten allein für Beamtenpensionen stemmen

Steigende Ausgaben für Beamtenpensionen werden die öffentlichen Kassen künftig massiv belasten. Der Bund rechnet mit einem Betrag von deutlich mehr als 700 Milliarden Euro.

In der aktuellen Vermögensrechnung, die das Bundesfinanzministerium auf seiner Internetseite veröffentlicht hat, kalkuliert der Bund nunmehr mit Kosten von insgesamt 758 Milliarden Euro für die Pensionen sowie die Beihilfe für seine Beamten im Ruhestand. Diese Summe entspricht etwa dem Doppelten des Bundeshaushalts. Das bedeutet einen Anstieg um 70 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Da die Länder für die großen Gruppen der Lehrer und Polizisten verantwortlich sind und deren Zahl in den 70er-Jahren deutlich erhöht wurde, haben sie traditionell einen höheren Personalkostenanteil in ihren Haushalten. Sie dürften dementsprechend ebenfalls unter stark wachsenden Pensionslasten leiden.

Die Pensionsrückstellungen des Bundes wurden durch das Statistische Bundesamt ermittelt. Wie das Finanzministerium darstellt, werden die künftigen Pensionszahlungen an die aktiven Beamten von ihrem voraussichtlichen Eintritt in den Ruhestand an berücksichtigt. Hinzu kommen die der aktuellen Versorgungsempfänger zum Stichtag 31. Dezember 2018. In die Berechnung wurde eine jährliche Lohnsteigerung von 3,1 Prozent für 2019 und 2020 sowie 3,0 Prozent in den Folgejahren unterstellt. Sie kommen damit in der Vermögensrechnung auf einen Barwert für die Pensionen von nunmehr 567 Milliarden Euro.

Davon entfallen

    • 302 Milliarden Euro auf die Kernverwaltung (Bundesbeamten, Richter und Berufssoldaten)
    • 75 Milliarden Euro auf die Beamten bei der Deutschen Bahn
    • 190 Milliarden Euro auf die Beamten der Postnachfolgeunternehmen

Dazu kommen noch 190,75 Milliarden für Beihilfen, also die Gesundheitsversorgung der Pensionäre.

Laut Finanzministerium gebe es 592.000 Pensionäre – und nur 286.700 aktive Beamte und Soldaten. Für jeden Ruheständler müsse der Bund also im Schnitt 861.500 Euro einplanen.

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