Gewinner & Verlierer

Gewinner: Gerhard Kardinal Müller (71) / Verlierer: Heinrich Bedford-Strohm (59)

Gewinner

Der von Papst Franziskus als oberster Hüter des Glaubens 2017 von seinem Amt entbundene Gerhard Kardinal Müller (71) warnt in seinem soeben erschienenen neuen Buch »Römische Begegnungen« (Verlag Herder) vor Massenmigration und der Islamisierung Europas – und vor Papst Franziskus. Scheinbar harmlos reflektiert der konservative katholische Würdenträger über das Leben in Rom und den Weg der katholischen Kirche in die Zukunft. Doch zwischen den Zeilen liest Müller der römisch-katholischen Amtskirche die Leviten: Papst und Bischöfe dürften sich nicht an den Meinungen der Massenmedien orientieren! Die Kirche unter Franziskus arbeite schlicht an ihrer eigenen Auflösung! Textprobe: »Die Selbstsäkularisierung der Kirche nach dem Modell des liberalen Protestantismus ist nicht der erste Schritt ihrer Modernisierung, sondern der letzte vor ihrer Selbstabschaffung.« Papst Franziskus spiele dabei eine verhängnisvolle Rolle. Unter ihm handele die Kirche nach dem Motto: »Lieber in einer vollen Talkshow als einsam vor dem Tabernakel«. Dem ist nun wahrlich nichts hinzuzufügen!


Verlierer

Nun zu einem anderen Mann Gottes, den unsäglichen Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm (59). Ganz im Sinne der Ökumene kann sich der bayerische Landesbischof mit dem Migranten-Papst Franziskus die Hand reichen. Bedford-Strohm interpretiert das evangelische Kirchenlied »Macht hoch die Tür, die Tor macht weit« auf seine Weise und fordert eine großzügigere Aufnahme von Mittelmeer-»Flüchtlingen« ein: »Da muss man in der EU einen Verteilungsmechanismus finden, damit man nicht bei jedem Boot neu nach einem Hafen suchen muss.« Die aus »Seenot geretteten Flüchtlinge« sollten in Europa »ganz normale Asylverfahren« durchlaufen. Zudem seien mehr »sichere und legale Wege nach Europa« notwendig. Dies sei »eine Frage der Ehre und der Würde Europas«, sagte Bedford-Strohm der ›FAZ‹ und meinte davor warnen zu müssen, Ängste vor »massenhafter Einwanderung nach Europa zu schüren«. Nicht nur Schafe verirren sich bisweilen – manchmal auch Hirten!

Drucken